Buntbarsche

Madagassisch-Indische Buntbarsche

Gestreifter Buntbarsch (Etroplus suratensis) im Zoo Dresden Gestreifter Buntbarsch (Etroplus suratensis) im Zoo Dresden
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Lippfischartige (Labroidei)
Familie: Buntbarsche (Cichlidae)
Unterfamilie: Madagassisch-Indische Buntbarsche (Etroplinae)

D LC 650

Gestreifter Buntbarsch

Etroplus suratensis • The Pearlspot • Le poisson chromide vert

Gestreifter Buntbarsch (Etroplus suratensis) im Zoo Dresden © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Gestreifter Buntbarsch (Etroplus suratensis) im Zoo Dresden © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Approximative autochthone Verbreitung des Gestreiften Buntbarschs (Etroplus suratensis)

 

 

 

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Zu Speisezwecken gefangene Gestreifte Buntbarsche (Etroplus suratensis) in Kerala / Indien © Michael Kesl, Veröffentlicht unter Creative Commons Attribution NonCommercial License

 

 

 

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Der aus Indien und Sri Lanka stammende, in seiner Heimat nicht gefährdete Gestreifte Buntbarsch ist vermutlich der einzige Vertreter seiner Gattung, der in europäischen Zoos und Schauaquarien zu sehen ist, aber auch er wird nur selten gezeigt.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Gestreifte Buntbarsch erreicht meist eine Länge von 20 cm, im Extremfall 50 cm, wobei alte Männchen etwas größer werden als Weibchen. Geschlechtsreif werden die Fische mit einer Länge von etwa 15 cm [2; 3; 5].

Verbreitung

Südasien: Süden und Ostküste Indiens, Sri Lanka [1; 3]

Die Art wurde innerhalb Indiens auch außerhalb ihrer natürlichen Verbreitung angesiedelt und es gab Ansiedlungen in anderen Ländern [6].

Lebensraum und Lebensweise

Der Gestreifte Buntbarsch besiedelt große Flüsse, Stauseen, Lagunen und Mündungsgebiete und hält sich zumeist in Tiefen unter 10 Metern auf. Er bevorzugt Brackwasser, hat sich aber auch an Süßwasser adaptiert und toleriert für kürzere Zeit auch Meerwasser. Er ernährt sich von Algen, anderem Pflanzenmaterial und Insekten. Das Gelege besteht aus 500 Eiern, die an einem Felsen, Holzstück, einer Wurzel oder einer anderen geeigneten Unterlage angeklebt werden. Beide Eltern bewachen das Gelege bis zum Schlupf. Der Jungfischschwarm hält sich während der ersten Lebenswochen in unmittelbarer Nähe der Eltern auf, die vom Zeitpunkt des Ablaichens bis zum Unabhängigwerden der Jungen keine Nahrung zu sich nehmen [2; 3; 5].

Gefährdung und Schutz

Der Gestreifte Buntbarsch wird nach einer Beurteilung aus dem Jahr 2010 nicht als gefährdet eingestuft. Dieser Status wurde 2019 bestätigt, obwohl viele Bestände unter der Zerstörung ihres Lebensraums leiden und abnehmen. Auch standortfremde Arten stellen ein Problem für diesen Fisch dar [3].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Gestreifte Buntbarsche gelten in Indien als Delikatesse. Sie werden kommerziell gefischt und in Aquakultur produziert. Ferner befinden sie sich im internationalen Aquarienfischhandel [3]. Angebote in Deutschland liegen bei 6-9 € pro Tier (Online-Inserate 2018).

Haltung

Bei Privathaltern ist der Gestreifte Buntbarsch weniger gesucht als der kleiner bleibende und buntere Punktierte Buntbarsch (Etroplus maculatus) [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur in sehr wenigen europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen welche im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestnormen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1790 von dem deutschen Naturforscher Marcus Élieser BLOCH als "Chaetodon suratensis" beschrieben und wurde später in die von Georges CUVIER 1830 aufgestellte Gattung Etroplus umgeteilt [3].

Literatur und Internetquellen

  1. ABRAHAM, R. al. (2019). Etroplus suratensis. The IUCN Red List of Threatened Species 2019: e.T172368A60612143. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2019-3.RLTS.T172368A60612143.en . Downloaded on 20 December 2020.
  2. BAENSCH, H. A. & RIEHL, R. (1985)
  3. FISH BASE
  4. GILBERT, J. & LEGGE, R. (1981)
  5. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  6. WELCOMME, R. L. (1988)

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 Neue Tierart

D CR 650

Menarembo-Buntbarsch

Paretroplus menarembo • The Pinstripe Damba • Le cichlidé Ménarembo

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Menarembo-Buntbarsch (Paretroplus menarembo) im Zoologisch-Botanischen Garten Pilsen © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Approximatives Vorkommen des Menarembo-Buntbarschs (Paretroplus menarembo)

 

 

 

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Menarembo-Buntbarsch (Paretroplus menarembo) im Zoo Zürich © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Menarembo-Buntbarsch (Paretroplus menarembo) im Kölner Zoo © Thomas Ziegler, Zoo Köln

 

 

 

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Menarembo-Buntbarsch (Paretroplus menarembo) im Zoo Leipzig © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Die Buntbarsche der auf Madagaskar beschränkten Gattung Paretroplus sind alle mehr oder weniger stark gefährdet. Vier Arten gelten als vom Aussterben bedroht, darunter der Menarembo-Buntbarsch. Dieser starb schon kurz nach seiner Erstbeschreibung am Fundort aus und wurde erst 2006 wiederentdeckt. Eine Reihe von Zoos in Europa und Nordamerika beteiligen sich am Erhalt einer ex situ-Reservepopulation.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Menarembo-Buntbarsch erreicht eine Gesamtlänge von ca. 15-25 cm. Sein Körper ist seitlich stark komprimiert. Die Seitenlinien erstrecken sich über jeweils 34-38 Schuppen. Die Färbung ist blaugrau bis graubraun mit bis zu sechs dunkleren vertikalen Bändern, gebildet durch jeweils einen dunkeln Fleck auf jeder Schuppe. Die Flossen sind grau mit rötlich braunem Rand. Die Rückenflosse weist 15-17 Stachel- und 18-21 Weichstrahlen auf, die Analflosse 7-9 Stachel- und 15-17 Weichstrahlen. Die Schwanzflosse ist halbmondförmig [2; 4; 5].

Verbreitung

Madagaskar: Ursprünglich in Seen und Weihern der Überschwemmungsebene des Bemarivo- Flusses in Nordwest-Madagaskar. Heute nur noch eine bekannte Population im zu diesem Flusssystem gehörenden Lac Tseny [6].

Lebensraum und Lebensweise

Der Menarembo Buntbarsch besiedelt in kleinen Schwärmen Stillgewässer mit Süß- oder Brackwasser. Er ernährt sich hauptsächlich von Weichtieren, ferner von Krebstieren, Plankton und Pflanzenmaterial. Die Fische werden mit 3 Jahren bzw. 10 cm Länge geschlechtsreif. Der Laich wird in einer Grube am Bodensubstrat abgelegt. Beide Eltern bewachen das Gelege bis zum Schlupf [1; 3; 4; 5].

Gefährdung und Schutz

Der Menarembo-Buntbarsch wurde 2004 als in der Wildbahn ausgestorben (EXTINCT IN THE WILD) in die Rote Liste der IUCN aufgenommen.  Zwei Jahre nach seiner Wiederentdeckung im Jahr 2006 wurde er in die Kategorie "unmittelbar vom Aussterben bedroht" (CRITICALLY ENDANGERED) transferiert. Dies wurde 2016 durch eine erneute Überprüfung bestätigt. Gründe für den kritischen Zustand der Art sind ihr begrenztes Vorkommen, Überfischung, Gewässerverschmutzung und Konkurrenz durch invasive exotische Arten [3].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Solange er noch in namhaften Mengen existierte, war der Menarembo-Buntbarsch ein bedeutender Speisefisch auf Madagaskar. Nachzuchttiere befinden sich im internationalen Aquarienfischhandel [3]. Angebote in Deutschland liegen bei etwa 20 €, in den USA bei 35 USD pro Tier (Online-Inserate 2022).

Haltung

Es wird empfohlen, die Fische in Gruppen von 6 oder mehr Individuen zu halten, um die innerartliche Aggressivität zu verteilen. Zum Ablaichen sollten die Paare abgetrennt werden. Becken für eine Gruppe sollten über 500 l Fassungsvermögen haben. Als Wassertemperatur werden 24-30ºC angegeben. Der pH sollte zwischen 7.0 und 8.0 liegen [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Zahl der Haltungen hat in den letzten Jahren zugenommen. Gegenwärtig (2022) wird die Art in gegen 20 europäischen Einrichtungen gezeigt, von sich ein paar im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestnormen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die 13-14 Arten umfassende Gattung Paretroplus wurde 1868 von dem niederländischen Arzt und Ichthyologen Peter BLEEKER aufgestellt. Die Art Paretroplus menarembo wurde erst 1996 von dem an der Universität Straßburg tätigen französischen Ichthyologen Robert ALLGAYER erstmals wissenschaftlich beschrieben. Sie ist monotypisch [3].

Literatur und Internetquellen

  1. DATZ, Heft 1/2018
  2. FISH BASE
  3. RAVELOMANANA, T. (2016). Paretroplus menarambo. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T44492A58307800. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T44492A58307800.en . Accessed on 20 March 2022.
  4. TIM'S TROPICAL FISH
  5. ZOO ZÜRICH

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Gelesen 6641 mal Letzte Änderung am Sonntag, 20 März 2022 16:39
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx