Karpfenfische

Strömer

Strömer (Telestes souffia) in der Wilhelma Stuttgart Strömer (Telestes souffia) in der Wilhelma Stuttgart
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Karpfenfische (Cypriniformes)
Familie: Karpfen (Cyprinidae)
Unterfamilie: Weißfische (Leuciscinae)

D LC 650

Strömer

Telestes souffia • The Soufie • Le blageon

Strömer (Telestes souffia) in der Wilhelma Stuttgart © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Strömer (Telestes souffia) in der Wilhelma Stuttgart © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Strömers, Telestes souffia, dunkelblau und des Strigione (Telestes muticellus (rot). Eine weitere Strömerpupulation gibt es weiter östlich im Einzuhsgebiet der Theiss

 

 

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Strömer (Telestes souffia) im Alpenzoo Innsbruck © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Der eher unscheinbare, global nicht gefährdete Strömer ist nur für Einrichtungen von Interesse, die sich auf die heimische Fischwelt spezialisiert haben. Dementsprechend ist sie in europäischen Zoos und Schauaquarien nur selten anzutreffen.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Strömer erreicht eine Länge von (10-)12-25 cm. Er hat einen langgestreckten, spindelförmigen, seitlich mäßig zusammengedrückten Körper. Die Seitenlinie und die Ansätze der Flossen sind orange-gelb gefärbt. Oberhalb der Seitenlinie ein dunkles, violett schimmerndes Längsband, das besonders bei Männchen während der Laichzeit auffällt [4; 5; 7].

Verbreitung

Europa: Bosnien und Herzegowina, Deutschland, Frankreich, Italien (nur Einzugsgebiet des Isonzo, sonst T. muticellus), Kroatien, Liechtenstein, Österreich, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Schweiz, Tschechien, Ukraine, Ungarn [3]

Lebensraum und Lebensweise

Der Strömer besiedelt Bäche und Flüsse der Äschen- und Barbenregion sowie auch Seen bis auf eine Höhe von 850 m. Er lebt gesellig und hält sich bevorzugt in strömungsschwachen Zonen auf. Er ernährt sich hauptsächlich von Insektenlarven und Algen. Gelaicht wird erstmals im Alter von drei Jahren von März bis Mai in rasch fließendem Wasser über Kiesboden [7; 8].

Gefährdung und Schutz

Die Art gilt aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2008 als weltweit nicht gefährdet. Dasselbe gilt für die Europäische Union (EU27). Lokal können die Bestände allerdings durch Dammbauten beeinträchtigt werden. Auf den nationalen Roten Listen von Deutschland und der Schweiz ist er als gefährdet eingestuft [2; 3; 6].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt. Die Art fällt unter Anhang 3 der Berner Konvention über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume und ist eine Tierart nach Anhang II der FFH-Richtlinie (92/43/EWG), für die besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen.

Bedeutung für den Menschen

Die Art ist fischereiwirtschaftlich unbedeutend [1].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in nur ganz wenigen europäischen Einrichtungen gezeigt, die sich überwiegend im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der für aquaristische Zwecke gehaltenen Fische angeboten werden müssen. Für Speise- und Besatzfische gilt Anhang 2, Tabelle 7.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art war 1827 von dem Naturwissenschaftler Giuseppe Antonio RISSO aus Nizza, damals zum Königreich Savoyen gehörend, als "Leuciscus souffia" beschrieben worden. Später kam sie in die von Prinz Charles Lucien Jules Laurent BONAPARTE 1837 für die italienische Variante des Strömers, den Strigione, aufgestellte Gattung Telestes [1]. Nördlich des Alpenkamms lebt im Einzugsgebiet von Rhein und Donau die Unterart Telestes souffia agassii, auf der Alpensüdseite eine Schwesterart, der Strigione (Telestes muticellus), der bisweilen als Unterart eingestuft wird [8]. Ob agassii tatsächlich von der Nominatform abweicht, ist umstritten [2].

Literatur und Internetquellen

  1. FISH BASE
  2. FREYHOF, J. & BROOKS, E. (2011)
  3. FREYHOF, J. & KOTTELAT, M. (2008). Telestes souffia. The IUCN Red List of Threatened Species 2008: e.T61397A12461824. http://www.iucnredlist.org/details/61397/0. Downloaded on 14 February 2018.
  4. GEBHARDT, H. & NESS, A. (2009)
  5. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  6. KIRCHHOFER, A., BREITENSTEIN, M. & ZAUGG, B. (2007)
  7. SCHINDLER, O. (1959)
  8. ZAUGG, B., STUCKI, P., PEDROLI, J.C. & KIRCHHOFER A. (2003)

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Gelesen 8120 mal Letzte Änderung am Freitag, 17 Mai 2019 08:25
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