Karpfenfische

Siambarbe

Siambarbe (Leptobarbus hoeveni), Aquazoo Düsseldorf Siambarbe (Leptobarbus hoeveni), Aquazoo Düsseldorf
Pressefoto Aquazoo

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Karpfenfische (Cypriniformes)
Familie: Karpfen (Cyprinidae)
Unterfamilie: Siambarben (Leptobarbinae)

D DD 650

Siambarbe

Leptobarbus rubripinna • The Saltan Fish, or Mad Barb • Le barbeau de Thaïlande

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Siambarbe (Leptobarbus hoevenii) im Zoo Leipzig © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Approximative Verbreitung der Siambarbe (Leptobarbus rubripinna)

 

 

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Im Aquarienhandel werden zwei Art unter demselben Vulgärnamen vertrieben, sodass es zu Verwechslungen kommt. Insbesondere wurde L. rubripinna während Jahrzehnten als L. hoevenii bezeichnet [4]. Die in europäischen Zoos und Schauaquarien gezeigten Tiere dürfte alle zur Art Leptobarbus rubripinna gehören.

Körperbau und Körperfunktionen

Siambarben können bis zu einem Meter lang werden, die meisten erreichen aber nur eine Länge von etwa 50 cm [2].

Verbreitung

Südostasien:
rubripinna: Einzugsgebiet des Mekong (Kambodscha, Laos, Thailand, Vietnam)
hoevenii: Sumatra und Borneo [1; 3].

Lebensraum und Lebensweise

Siambarben sind lebhafte, friedfertige Schwarmfische. Der englische Name "Mad Barb" beruht darauf, dass diese Fische bei Gelegenheit die Fruchtkapseln des Chaulmoogra-Baumes (Hydnocarpus, Familie Achariaceae) fressen und sich danach verhalten, als wären sie betrunken [3].

Gefährdung und Schutz

Durch die IUCN wurde hoevenii nicht beurteilt, rubripinna konnte im Rahmen einer Beurteilung im Jahr 2011 nicht eingestuft werden, da die Datenlage ungenügend war [1].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Fische werden zu Speisezwecken für den Eigenbedarf oder den lokalen Markt gefangen und befinden sich im Aquarienfischhandel. Das Fleisch von Fischen, die Hydnocarpus-Fruchtkapseln gefressen haben, ist für den Menschen toxisch [3].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in weniger als 20 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich ein paar im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen: In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Systematik ist einigermassen konfus. L. hoevenii und L. rubripinna wurden früher oft als eine Art aufgefasst, und gelten seit 2009 als zwei verschiede Arten. Im Handel wurde dies nicht notwendigerweise nachvollzogen, mit dem Ergebnis, dass die in europäischen Zoos und Schauaquarien gehaltenen Tiere als hoevenii bezeichnet werden, obwohl es sich effektiv um rubripinna handelt. rubripinna wurde 1936 ursprünglich unter der Gattungsbezeichnung Filirasbora beschrieben [1; 6].

Literatur und Internetquellen

  1. BAIRD, I. (2012). Leptobarbus rubripinna. The IUCN Red List of Threatened Species 2012: e.T181099A1698432. http://www.iucnredlist.org/details/181099/0. Downloaded on 12 February 2018.
  2. BAENSCH, H. A. & RIEHL, R. (1985)
  3. FISH BASE
  4. SERIOUSLY FISH (L. rubripinna - mit Abbildungen)
    SERIOUSLY FISH (L. hoevenii - mit Abbildungen)
  5. SCHINDLER, O. (1959)
  6. TAN Heok Hui & KOTTELAT, M. (2009)

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Gelesen 1348 mal Letzte Änderung am Freitag, 17 Mai 2019 07:06
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx