Primitive Knochenfische

Knochenhechte

Schlanker Knochenhecht (Lepisosteus osseus), Zoo Basel Schlanker Knochenhecht (Lepisosteus osseus), Zoo Basel
© Zoo Basel

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Knochenganoide (Holostei)
Ordnung: Knochenhechtartige (Semionotiformes / Lepisosteiformes)
Familie: Knochenhechte (Lepisosteidae)

Mindestanforderungen an die Haltung (gilt für alle Arten)

In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestnormen. In der Schweiz ist das Halten der Arten durch Privatpersonen bewilligungspflichtig. Anhang 8 der Schweizerischen Tierschutzverordnung gibt an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

 

D NB 650

Gefleckter Knochenhecht

Lepisosteus oculatus • The Spotted Gar • Le lépisosté tacheté

Gefleckter Knochenhecht (Lepisosteus oculatus), Tierpark Hellabrunn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Gefleckter Knochenhecht (Lepisosteus oculatus) im Tierpark Hellabrunn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Gefleckten Knochenhechts (Lepisosteus oculatus)

 

 

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Gefleckter Knochenhecht (Lepisosteus oculatus) im Zoo Leipzig © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Gefleckter Knochenhecht (Lepisosteus oculatus) im Luisenpark Mannheim © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Knochenhechte sind große, archaisch anmutende Fische, die aus zoopädagogischen Gründen von Interesse sind und daher in etlichen Zoos und Schauaquarien gezeigt werden. Der Gefleckte Knochenhecht ist in Europa die am häufigsten gehaltene Art

Körperbau und Körperfunktionen

Der Gefleckte Knochenhecht erreicht eine Gesamtlänge von 120-125(-150) cm. Seine Schnauze ist relativ kurz und breit. Er weist an Kopf, Körper und Flossen ein auffälliges Fleckenmuster auf [2; 3; 4].

Verbreitung

Nordamerika: Lake Michigan und Lake Erie, Einzugsgebiet des Mississippi und anderer in den Golf von Mexiko mündender Flüsse. Auch im Brackwasser [3].

Lebensraum und Lebensweise

Knochenhechte fangen ihre Beute beim Vorbeischwimmen mit einem seitlichen Schlag ihres lang gezogenen und mit spitzen Zähnen bewehrten Mauls [5].

Gefährdung und Schutz

Die Art wurde im Rahmen der Roten Liste noch nicht beurteilt. In der kanadischen Provinz Ontario gilt sie als gefährdet [1].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art ist für kommerzielle wie für die Sportfischerei von untergeordneter Bedeutung [1].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Der Gefleckte Knochenhecht wird in über 40 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen rund ein Drittel im deutschsprachigen Raum befinden. Damit ist er die häufigste Knochenhechtart in europäischen Zoos und Schauaquarien. Für Details siehe Zootierliste

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1864 von dem amerikanischen Geologen, Palaeontologen und Zoologen Alexander WINCHELL unter ihrem heute noch gültigen Namen beschrieben. Ab 1865 war das Synonym Lepisosteus productus im Umlauf, das sich über ein Jahrhundert hielt [3; 4].

Literatur und Internetquellen

  1. ANIMAL DIVERSITY WEB
  2. BAENSCH, H. A. & RIEHL, R. (1985)
  3. FISH BASE
  4. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  5. ZOO BASEL

 

D LC 650

Schlanker oder Langschnauzen-Knochenhecht

Lepisosteus osseus • The Longnose Gar • Le lépisostée osseux

Schlanker Knochenhecht (Lepisosteus osseus), Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Schlanker Knochenhecht (Lepisosteus osseus), Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Schlanken Knochenhecht s(Lepisosteus osseus)

 

 

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Schlanker Knochenhecht (Lepisosteus osseus) im Zoo Basel © Zoo Basel

 

 

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"Kaimanfisch (Lepidosteus osseus)". Bild aus aus Brehms Thierleben (1882-1887)

 

 

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Knochenhechte sind große, archaisch anmutende Fische, die aus zoopädagogischen Gründen von Interesse sind und daher in etlichen Zoos und Schauaquarien gezeigt werden. Der Schlanke Knochenhecht ist in Europa allerdings eine ziemlich selten gehaltene Art.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Schlanke Knochenhecht erreicht eine Gesamtlänge von 180 cm und ein Gewicht bis 7.5 kg. Die Kiefer sind lang und schmal, die Schnauze ist daher fast dreimal so lang wieder Kopf hinter den Augen. Im Oberkiefer stehen die großen Zähne in einer Reihe. Der Körper ist schlanker als bei anderen Arten der Gattung [5].

Verbreitung

Nordamerika: Größere Flüsse, Seen, Altwasser, Brackwasser-Lagunen von Québec bis Nordmexiko. Wandert zum Laichen flussaufwärts [4; 6].

Lebensraum und Lebensweise

Langschnauzen Knochenhechte leben in der teils üppigen Ufervegetation von Seen, Flüssen und Weihern und gehen als Stossräuber auf die Jagd, ganz ähnlich wie dies auch der „normale“ amerikanische Hecht tut. Verwandt sind sich die beiden - auf den ersten Blick ähnlichen - Fische jedoch überhaupt nicht, obwohl sie teilweise in denselben Gewässern vorkommen [2].

Im Freiland laicht Lepisosteus osseus von März bis Mai ab. Die klebrigen Eier haften an irgendwelchen Substraten. Die Jungen sind schnellwüchsig. Diese Art wurde 1909 durch das alte Berliner Aquarium erstmals nach Deutschland eingeführt [2].

Gefährdung und Schutz

Die Art hat eine weite Verbreitung, zahlreiche Subpopulationen, einen großen und offenbar stabilen Gesamtbestand. Sie gilt daher aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2012 als nicht-gefährdet [6].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Nach BREHM soll das Fleisch des Schlanken Knochenhechts fett und schmackhaft sein, ähnlich dem der Europäischen Hechts. Heute ist die Art bei Sportanglern allerdings nicht sonderlich beliebt und die kommerzielle Fischerei ist von untergeordneter Bedeutung [1; 3].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Der Schlanke Knochenhecht wird in rund 10 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich die Hälfte im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste. Der älteste bekannte Schlanke Knochenhecht lebt im Zoo Basel. Er kam dort 1971 als 4-5 Jahre altes Tier an und war 2018 mit mindestens 41 Jahren immer noch am Leben [7].

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1758 von Carl vo  LINNÉ  als "Esox osseus" beschrieben, also in dieselbe Gattung gestellt, wie der Europäische Hecht. In die Gattung Lepisosteus kam er 1803 durch LACEPÈDE, der ihn Lepisosteus gavial nannte [4].

Literatur und Internetquellen

  1. ANIMAL DIVERSITY WEB
  2. BAENSCH, H. A. & RIEHL, R. (1985)
  3. BREHM, A. E. (1882-1887)
  4. FISH BASE
  5. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  6. NATURESERVE. (2013). Lepisosteus osseus. The IUCN Red List of Threatened Species 2013: e.T191027A18229561. http://www.iucnredlist.org/details/191027/0. Downloaded on 31 January 2018.
  7. ZOO BASEL

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Gelesen 1629 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 16 Mai 2019 07:09
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx