Wehrvögel, Spaltfußgans, Pfeifgänse

Kubapfeifgans

Kuba-Pfeifgans (Dendrocygna arborea) im Zoo Duisburg Kuba-Pfeifgans (Dendrocygna arborea) im Zoo Duisburg
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Gänsevögel (ANSERIFORMES)
Unterordnung: Gänseverwandte (Anseres)
Familie: Enten und Gänse (Anseridae)
Unterfamilie: Gänseartige (Anserinae)
Tribus: Pfeifgänse (Dendrocygnini)

D VU 650

Kubapfeifgans

Dendrocygna arborea • The Cuban Whistling Duck • La dendrocygne à bec noir

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Kubapfeifgans (Dendrocygna arborea) im Vogelpark Irgenöd © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Approximative Verbreitung der Kubapfeifgans (Dendrocygna arborea). Dunkelblau: aktuelle Vorkommen; rot: möglicherweise ausgestorben

 

 

 

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Kubapfeifgans (Dendrocygna arborea) im Privatzoo Michel Durand, La Dehesa / Santiago de Chile © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Kubapfeifgans-Paar (Dendrocygna arborea) in der privaten Wasservogelanlage Ludger Bremehr © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Die in ihrer karibischen Heimat gefährdete Kubapfeifgans ist die einzige Pfeifgans, bei welcher der internationale Handel nach CITES-Anhang II geregelt ist. Sie kann als Botschafter für den Schutz von Inselfaunen dienen, wird in europäischen Zoos aber nicht sehr häufig gezeigt, innerhalb der Pfeifgänse nimmt sie hinsichtlich Häufigkeit der Haltung eine Mittelstellung ein.

Körperbau und Körperfunktionen

Die Kubapfeifgans ist mit einer Gesamtlänge von 48-58 cm und einem mittleren Gewicht von 1'150 g die größte Art ihrer Gattung. Das Kleingefieder ist dunkelbraun mit hellen Säumen. Ein schwarzes Band zieht von Scheitel über den Hinterhals, die Flanken sind schwarz mit weißen Flecken, Bauch und Unterschwanzdecken grau mit feinen schwärzlichen Tupfen [3; 4; 5].

Verbreitung

Karibik: Antigua und Barbuda, Bahamas, Cayman Islands, Dominikanische Republik, Haiti, Jamaika, Kuba, Puerto Rico, Saint Kitts und Nevis, Turks und Caicos Inseln, Britische und Amerikanische Jungferninseln [1].

Lebensraum und Lebensweise

Die Kubapfeifgänse leben tagsüber zurückgezogen in Sumpfwäldern, wo sie gerne auf niedrigen Ästen ruhen. Nachts fliegen sie zur Nahrungssuche in die Palmenhaine der Plantagen. Ihre bevorzugte Nahrung sind die traubenartigen Früchte der Königspalme (Roystonea regia). Genistet wird am Boden, auf Bäumen oder in hohlen Baumstümpfen. Das aus 10-12 (6-14) weißen Eiern bestehende Gelege wird während 30-31 Tagen ausgebrütet [3; 4; 5].

Gefährdung und Schutz

Die Art gilt seit 1988 als gefährdet, weil ihr Bestand mit geschätzt 6-15'000 erwachsenen Vögeln relativ klein ist und sich auf verschiedene fragmentierte Populationen verteilt (Rote Liste: VULNERABLE) [1].

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt. Die Art fällt unter Anhang 2 der Bonner Konvention über wandernde Tierarten (CMS).

Bedeutung für den Menschen

Die Art wird zur Fleischgewinnung und als Sport gejagt, ihre Eier werden abgesammelt, und laut IUCN wird sie für den internationalen Tierhandel genutzt [1; 5]. Allerdings gelangten von 2001-2018 keine Wildfänge in den legalen internationalen Handel. Im selben Zeitraum wurden weltweit 75 Nachzuchtvögel bei der Ausfuhr registriert, davon kamen 62 aus den Niederlanden [2].

Haltung

Es wird empfohlen, Pfeifgänsen im Winter eine Unterkunft mit einer Temperatur von mindestens 10ºC anzubieten. Kubapfeifgänse sind häufig auch gegenüber größeren Arten aggressiv. Nach Europa wurden Kubapfeifgänse 1750 erstmals eingeführt [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 35 Zoos gehalten, von denen sich etwa ein Fünftel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland und der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für Pfeifgänse. Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs sind sie mindestens paarweise in Außenanlagen mit offenen Wasserflächen und angrenzendem Landteil sowie einem frostfreien Innenraum zu halten. Bei Volierenhaltung sind pro Paar 4 m² Fläche bei einer Höhe von 2 m vorzusehen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Kubapfeifgans wurde 1758 von Carl von LINNÉ als "Anas arborea" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Dendrocygna wurde 1837 vom englischen Ornithologen und Künstler William SWAINSON eingeführt. Die Art ist monotypisch [3].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Dendrocygna arborea. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22679770A84497213. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22679770A84497213.en . Downloaded on 06 November 2019.
  2. CITES TRADE DATA BASE
  3. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  4. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  5. KOLBE, H. (1972)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx