Steißhühner

Tataupatinamu

Tataupatinamu (Crypturellus tataupa) im Zoo Dortmund Tataupatinamu (Crypturellus tataupa) im Zoo Dortmund
© Klaus Rudloff, Berlin

Ordnung: Steißhühner (TINAMIFORMES) 
Steißhühner (Tinamidae)

D LC 650

Tataupatinamu 

Crypturellus tataupa • The Tataupa Tinamou • Le tinamou tataupa

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Tataupatinamu (Crypturellus tataupa) im Parc Merveilleux, Bettemburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Tataupatinamus (Crypturellus tataupa)

 

 

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Tataupatinamu (Crypturellus tataupa) im Zoo Heidelberg © Thomas Bersch, Heidelberg

 

 

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Tataupatinamu (Crypturellus tataupa) im Zoo Dortmund © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Tataupatinamu (Crypturellus tataupa), Hahn. Illustration aus HUET & PRÊtre (1839) Nouveau recueil de planches coloriées d'oiseaux. Gemeinfrei

 

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Tinamus sind eine altertümliche, auf Mittel- und Südamerika beschränkte Vogelgruppe. Die für Spezialisten interessanten Vögel, werden vom allgemeinen Publikum wegen ihrer Ähnlichkeit mit Hühnern nur wenig beachtet. Der Tataupatinamu wurde schon Mitte des 19. Jahrhunderts in England gehalten, war aber in Zoos nie häufig und wird heute in nur ganz wenigen Einrichtungen gezeigt.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Tataupatinamu erreicht eine Gesamtlänge von 24-26 cm. Das Gewicht weiblicher Vögel wird mit 189-298 Gramm angegeben, die Hähne bleiben mit 169-229 g etwas kleiner. Der Schnabel ist rot, die Läufe und Zehen sind grau (nach manchen Quellen rot), das Gefieder der Oberseite ist braun, Kopf, Hals und Brust sind blau. Die Federn von Hinterbauch und Unterschwanzdecken sind schwarz mit weißen Säumen. Wie bei allen Tinamus haben die Hähne einen ausstülpbaren Penis [2; 3; 4].

Verbreitung

Südamerika: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Ekuador, Paraguay, Peru [1].

Lebensraum und Lebensweise

Tataupatinamus besiedeln tropische und subtropische Wälder, wo sie sich vorzugsweise in feuchten Tälern aufhalten. Gebietsweise kommen sie aber auch in Gras- und Buschland vor. Die Vögel ernähren sich von Ameisen, kleinen Schnecken, Euphorbiensamen und anderem Pflanzenmaterial. Das Gelege besteht aus 4-5 olivgrünen bis blassbraunen Eiern, die in 19 Tagen vom Hahn ausgebrütet werden [2; 3].

Gefährdung und Schutz

Der Tataupatinamu hat ein sehr großes Verbreitungsgebiet. Die globale Populationsgröße ist zwar nicht bekannt, aber die Art ist relativ häufig und eine gewisse Bestandsabnahme wird zwar angenommen, ist aber nicht belegt. Er wurde deshalb letztmals 2016 als nicht-gefährdet beurteilt (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Der Tataupatinamu wird zur Gewinnung von Fleisch bejagt. Laut IUCN wird er auch für den internationalen Tierhandel gefangen [1], was aber vermutlich eher irrelevant ist.

Haltung

Tataupatinamus sind gegenüber anderen Vogelarten verträglich und können z.B. in begehbaren Tropenhallen gezeigt werden. Im Zoo Heidelberg und im Wektvogelpark Walsrode, die mittlerweile die Tinamuhaltung aufgegeben haben, kam es zur Bastardierung mit dem Kleinschnabeltinamu (Crypturellus parvirostris).

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur noch in ganz wenigen Zoos gehalten. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für Steißhühner.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Tataupatinamu wurde 1815 von Coenraad Jacob TEMMINCK vom Naturhistorischen Museum in Leiden als "Tinamus tataupa" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Crypturellus wurde 1914 von den englischen Ornithologen Wyndham Wentworth Knatchbull-Hugessen, 3rd Baron BRAVOURNE, und Charles CHUBB eingeführt. Aufgrund von Unterschieden in Größe und Färbung werden vier Unterarten unterschieden [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2018). Crypturellus tataupa. The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T22678238A130022788. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T22678238A130022788.en . Downloaded on 06 January 2020.
  2. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  3. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  4. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx