Fruchttauben

Zweifarben-Fruchttaube

Zweifarben-Fruchttaube (Pied Imperial-pigeon; Ducula bicolor) im Vogelpark Marlow Zweifarben-Fruchttaube (Pied Imperial-pigeon; Ducula bicolor) im Vogelpark Marlow
Klaus Rudloff, Berlin

Ordnung: Taubenvögel (COLUMBIFORMES)
Familie: Tauben (Columbidae)
Unterfamilie: Fruchttauben (Treroninae)

D LC 650

Zweifarben-Fruchttaube

Ducula bicolor • The Pied Imperial-pigeon • Le carpophage blanc

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Zweifarben-Fruchttaube (Ducula bicolor) im Wildlife Experience, Urimbirra, Südaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Approximative Verbreitung der Zweifarben-Fruchttaube (Ducula bicolor)

 

 

 

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Zweifarben-Fruchttaube (Ducula bicolor) im Zoo Mährisch Ostrau © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Zweifarben-Fruchttaube (Ducula bicolor) im Opel-Zoo Kronberg © Thomas Kauffels, Opel-Zoo

 

 

 

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Die selbst nicht gefährdete Zweifarben-Fruchttaube ist ein großer, kontrastreich gefärbter Vertreter ihrer Unterfamilie, der in Tropenhallen auffällt. Sie eignet sich daher gut als Botschafter für den Schutz der zunehmend bedrohten Wälder Südostasiens und deren Bewohner. In europäischen Zoos wird sie mit mittlerer Häufigkeit gezeigt

Körperbau und Körperfunktionen

Mit einer Gesamtlänge von 35-42 cm und einem Gewicht von 365-510 g entspricht die Zweifarben-Fruchttaube hinsichtlich Größe etwa der Ringeltaube. Das Gefieder ist überwiegend weiß, die Hand- und äußeren Armschwingen, die großen Flügeldecken und die Schwanzendbinde sind schwarz. Der Schnabel ist grau, die Iris dunkelbraun und die Füße sind graublau. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt [2; 3; 4].

Verbreitung

Südostasien: Brunei, Indien (Andamanen, Nikobaren), Indonesien, Kambodscha, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Thailand, Vietnam, Singapur (nicht brütend), als Gastvogel auf der australischen Weihnachtsinsel [1].

Lebensraum und Lebensweise

Die auch Muskatnuss-Fruchttaube genannte Art ernährt sich überwiegend von Wildfeigen und Muskatnüssen. Sie brütet zumeist kolonienweise auf Inselchen und Atollen, die der Festlandküste vorgelagert sind. Ihre bevorzugten Lebensräume sind Küstenwälder, Mangrovenwald und Kokopalmenhaine. Die Unterart melanura, soll jedoch bis auf eine Höhe von 1'100 m vorkommen. Die Nester werden auf Mangroven und Büschen gebaut. Es wird nur ein Ei gelegt [2; 4].

Gefährdung und Schutz

Die Zweifarben-Fruchttaube hat ein sehr großes Verbreitungsgebiet und ist trotz rückläufiger Bestandszahlen gebietsweise noch immer sehr häufig. Sie wurde deshalb als nicht gefährdet eingestuft (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel wird nicht durch CITES geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Zweifarben-Fruchttaube wird manchenorts zur Fleischgewinnung bejagt oder für den nationalen Heimtiermarkt gefangen. Der Jagddruck ist zum Teil sehr groß [1].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Ersteinfuhr erfolgt 1859 in den Amsterdamer Zoo. Die Erstzucht gelang 1977 im Zoo Münster [3; 4]. Heute wird die Art in über 60 Zoos gezeigt, von denen sich etwa ein Fünftel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Wie Zweifarben-Fruchttauben gehalten werden (Beispiele):
Regenwald im Kölner Zoo (ZOOLEX Gallery)

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland und der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für Wildtauben. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs schreibt für die Haltung mittelgroßer Tauben eine Voliere mit einer Grundfläche von 3 m² und einer Höhe von 2 m vor.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Zweifarben-Fruchttaube wurde 1876 vom italienischen Arzt und Naturforscher Giovanni Antonio SCOPOLI als "Columba bicolor" erstmals wissenschaftlich beschrieben Der heute gültige Gattungsname Ducula wurde 1836 von Brian Houghton HODGSON, einem in Nepal und Indien niedergelassenen englischen Naturforscher und Ethnologen eingeführt. Es werden zwei Unterarten anerkannt [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Ducula bicolor. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22691799A93325123. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22691799A93325123.en . Downloaded on 03 September 2019.
  2. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  3. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  4. RAETHEL, H.-S. (1980)

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Gelesen 1373 mal Letzte Änderung am Freitag, 06 September 2019 15:18
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx