Möwen, Seeschwalben, Alken

Papageitaucher

Papageitaucher (Fratercula arctica) im Tierpark Bern Papageitaucher (Fratercula arctica) im Tierpark Bern
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Wat- und Strandvögel (CHARADRIIFORMES)
Unterordnung: Alkenverwandte (ALCAE)
Familie: Alken (Alcidae)

D VU 650

Papageitaucher

Fratercula arctica • The Atlantic Puffin • Le macareux moine

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Papageitaucher (Fratercula arctica) im Tierpark Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Gefährdung und Schutz: Die Bestände des Papageitauchers sind während längerer Zeit zurückhgegangen. 2015 war in Europa und Grönland das Maß erreicht, um sie als gefährdet einzustuifen, obwohl das Verbreitungsgebiet noch sehr groß ist (Rote Liste: VULNERABLE).

Der internationale Handel ist nicht durch CITES geregelt.

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Approximative Verbreitung des Papageientauchers (FRatercula arctica); dunkelblau: Brutgebiete; mittelblau: Streifgebiete
Verbreitung: An Küsten und auf dem offenen Meer im Nordatlantik, südlich bis zu den Azoren und den Kanarischen Inseln:

Europa: Belgien, Dänemark, Deutschland, Färöer, Frankreich, Gibraltar, Grönland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Niederlande, Norwegen, Portugal, Russland, Spanien, Svalbard und Jan Mayen, Schweden
Afrika: Algerien; Marokko, Tunesien
Nordamerika: Kanada, Saint Pierre und Miquelon, Vereinigte Staaten
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Papageitaucher (Fratercula arctica) im Tierpark Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Als Irrgast in weiteren Ländern.

Besonderes: Papageitaucher fallen auf durch ihr pinguinartiges schwarzweißes Gefieder, ihren bunten Schnabel, eine schwarz-rote Augenzeichnung und knallig orangefarbenen Füße. Dieses bunte Kleid wird nur während der drei bis vier Monaten dauernden sommerlichen Brutzeit getragen, und dies von Männchen wie Weibchen. Nur während dieser Zeit kommen die Papageitaucher an Land. Den Rest des Jahres verbringen sie irgendwo auf offener See. Daher erkennt kaum jemand in dem Vogel mit dem unauffälligen Ruhekleid den sonst so unverwechselbaren «Clown der Meere»: Gesicht und Schnabel wirken 216-016-008-002 fratercula arctica bernPD4
Papageitaucher (Fratercula arctica) im Tierpark Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
unauffällig grauweiß bis schwarz. Die gelben Hornplatten am Schnabel sowie die Augenornamente gehen verloren. Der rote Augenring färbt sich schwarz, der gelbe Wulst am Schnabelansatz ist fast weiß und die Beine und Füsse sind nur noch blassgelb. Entsprechend wurden die «Wintervögel» und die «Sommervögel» früher für zwei unterschiedliche Arten gehalten (Zooschule Bern).

Der Papageitaucher nistet in riesigen gemischten Kolonien auf grasbewachsenen Klippenhängen, wo mit dem Schnabel Bruthöhlen gegraben werden. Es wird nur ein Ei gelegt, das abwechselnd von beiden Partnern während 35-36 Tage bebrütet wird. Das Junge bleibt 37-41 Tage im Nest. Papageitaucher werden mit frühestens 5-6 Jahren geschlechtsreif. Im Zoo können sie ein Alter von bis zu 29 Jahren erreichen.

Haltung: Es gibt ein Europäisches Zuchtbuch (ESB), das am Zoo von Kopenhagen geführt wird.

Literatur:

  1. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  2. VERVLOED, L, (2015)

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Gelesen 206 mal Letzte Änderung am Dienstag, 09 Oktober 2018 12:52
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