Kranichvögel

Schwarzhalskranich

Schwarznackenkranich (Grus nigricollis) im Tierpark Berlin Schwarznackenkranich (Grus nigricollis) im Tierpark Berlin
© Tierpark Berlin, Klaus Rudloff, Berlin

Ordnung: Kranichvögel (Gruiformes)
Unterordnung: Kranichverwandte (Grues)
Familie: Kraniche (Gruidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kraniche (Gruinae)

 D VU 650

Schwarzhalskranich

Grus nigricollis • The Black-necked Crane • La grue à cou noir

215 004 003 009 grus nigricollis tpberlin KR4
Schwarzhalskranich (Grus nigricollis) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

215 004 003 009 grus nigricollis map
Approximative Verbreitung des Schwarzhalskranichs (Grus nigricollis)

 

 

 

215 004 003 009 grus nigricollis bronx PD1
Schwarzhalskranich (Grus nigricollis) im Bronx Zoo, New York © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

215 004 003 009 grus nigricollis tpberlin KR3
Schwarzhalskranich (Grus nigricollis) mit Küken im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

215 004 003 009 grus nigricollis tpberlin
Schwarzhalskranich (Grus nigricollis) im Tierpark Berlin © Tierpark Berlin

 

 

Weitere Bilder auf BioLib.cz

Der gefährdete Schwarzhalskranich aus Zentralasien, für den es weder ein Zuchtprogramm noch ein Zuchtbuch gibt, gehört zu den in europäischen Zoos nur selten gezeigten Kranichen.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Schwarzhals- oder Schwarznackenkranich wird nur etwa 115(-120) cm hoch, seine Flügelspannweite beträgt 180-200 cm und sein Gewicht etwa 5-7 kg. Hinter dem Auge befindet sich ein kleiner weißer Fleck, der unbefiederte Scheitel ist rot. Kopf und Oberhals sowie Hand- und Armschwingen sind schwarz, das übrige Gefieder ist weißlich aschgrau [3; 4].

Verbreitung

Zentralasien: Brutgebiete in China, Bhutan und Nordindien, nicht-brütend in Nepal, ausgestorben in Vietnam [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Schwarzhalskranich brütet in Feuchtwiesen, Sümpfen und Mooren in Höhenlagen von 2'950-4'900 m. Im Winter sucht er tiefer gelegene Regionen auf, wo er seine Nahrung auch auf kultiviertem Land sucht. Die Distanz zwischen Brut- und Überwinterungsgebiet ist aber gering. Seine Nahrung besteht aus Pflanzenwurzeln und -knollen, allerlei Wirbellosen, Fischen, Fröschen, Echsen, Kleinvögeln und Wühlmäusen, ferner sucht er auf Feldern nach liegengebliebenen Getreidekörnern und frisst Winterweizen. Zwischen anfangs Mai und Mitte Juni werden in der Regel zwei Eier gelegt, die Brutdauer beträgt 31-33 Tage, die Jungen sind mit etwa 90 Tagen flugfähig [1; 5].

Gefährdung und Schutz

Die Population umfasst etwa 6'600-6'800 erwachsene Individuen und die Bestände nehmen ab. Die Art wird daher als gefährdet eingestuft (Rote Liste: VULNERABLE).

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang I eingeschränkt.

Bedeutung für den Menschen

Der Schwarzhalskranich wird gebietsweise zur Fleischgewinnung gejagt oder für den nationalen Tierhandel gefangen [1]. Im internationalen Handel tauchten laut CITES-Statistik von 2001-2018 weder lebende Wildfänge noch Teile oder Erzeugnisse davon auf. Im selben Zeitraum wurden weltweit bei der Ausfuhr 45 Nachzuchtvögel registriert [2].

Der Schwarzhalskranich ist der Nationalvogel des indischen Bundesstaats Jammu und Kschmir.

Haltung

Außerhalb der Brutzeit leben Schwarzhalskraniche gesellig und können daher zu dieser Zeit in Gruppen gehalten werden [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur in wenigen Zoos gezeigt. Für Details siehe Zootierliste.

Die europäische Erstzucht gelang im Jahr 1990 dem Weltvogelpark Walsrode [5].

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für Kranichvögel. Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 2019) schreibt für die Haltung von bis zu 2 kleinen Kranichen ein Gehege mit einer Grundfläche von 200 m² und einem Wasserbecken vor. Für jeden weiteren Adultvogel ist die Grundfläche um 100 m² zu erweitern. Für nicht-winterharte Vögel ist ein Schutzraum mit einer Fläche von 2 pro Vogel anzubieten. Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs sind Kraniche während der Brutzeit ausnahmslos paarweise zu halten. Für die Haltung eines Paars ist ein Gehege mit einer Grundfläche von 150 m² erforderlich. Ist das Gehege übernetzt, muss es mindestens 3 m hoch sein.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Schwarzhalskranich wurde 1876 vom russischen Offizier und Forschungsreisenden Nikolai Michailowitsch PRZEWALSKI unter seinem heute noch gültigen Namen erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die Art ist monotypisch [3].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2017). Grus nigricollis (amended version of 2016 assessment). The IUCN Red List of Threatened Species 2017: e.T22692162A110659467. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2017-1.RLTS.T22692162A110659467.en . Downloaded on 26 September 2019.
  2. CITES TRADE DATA BASE
  3. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  4. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  5. SCHÜRER, U. (2012)

Zurück zu Übersicht Kraniche bis Alken

Weiter zu Mandschurenkranich (Grus japonensis)

Gelesen 941 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 02 Oktober 2019 09:40
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx