Bartvögel, Tukane und Spechte

Flammenkopf-Bartvogel

Flammenkopf-Bartvogel (Trachyphonus erythrocephalus) im Tiergarten Bernburg Flammenkopf-Bartvogel (Trachyphonus erythrocephalus) im Tiergarten Bernburg
Andreas Filz, TG Bernburg

Ordnung: Spechtvögel (PICIFORMES)
Unterordnung: Spechtartige (PICOIDEA)
Familie: Bartvögel (Capitonidae)

D LC 650

Flammenkopf-Bartvogel

Trachyphonus erythrocephalus • The Red-and-yellow Barbet • Le barbican à tête rouge

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Flammenkopf-Bartvogel (Trachyphonus erythrocephalus) im Zoo Krefeld © Zoo Krefeld

 

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Approximative Verbreitung des Flammenkopf-Bartvogels (Trachyphonus erythrocephalus)

 

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Flammenkopf-Bartvogel (Trachyphonus erythrocephalus) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Flammenkopf-Bartvogel (Trachyphonus erythrocephalus) im Welt-Vogelpark Walsrode © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Flammenkopf-Bartvogel (Trachyphonus erythrocephalus) auf Briefmarke, Kenia

 

 

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Von den 82 in Südamerika, Afrika und Südostasien verbreiteten Bartvogelarten werden nur etwa 10 in europäischen Zoos gezeigt. Der Flammenkopf-Bartvogel ist eine der beiden häufiger gehaltenen Arten.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Flammenkopf-Bartvogel ist 20-23 cm lang und wiegt 40-75 g. Er ist sehr auffällig gefärbt, wobei sich die drei Unterarten namentlich in der Färbung des Kopfgefieders unterscheiden. Der relativ große Schnabel ist rot bis hornfarben. Die Füße sind schiefer- bis blaugrau. Das Gefieder des Kopfes weist rote und schwarze Partien auf, auf der Körperoberseite ist es schwarz mit weißen Flecken, am Schwanz schwarz mit gelblichen bis weißen Querbändern [2; 3].

Verbreitung

Ostafrika: Äthiopien, Kenia, Somalia, Sudan, Südsudan, Tansania, Uganda [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Flammenkopf-Bartvogel besiedelt Savannen, Trockenwälder Buschland und Wüsten mit Felsen, steilwandigen Flusstälern oder Termitenhügeln vom Tiefland bis auf eine Höhe von über 1'800 m. Die Vögel gehen gruppenweise auf Nahrungssuche. Ihre Nahrung besteht aus Feigen und anderen Früchten, Samen und verschiedenen Insekten, sonstigen Arthropoden und kleineren Eidechsen. Gebrütet wird in Höhlen, die an Steilufern oder Termitenstöcken selbst gegraben werden. Das Gelege besteht aus 2-6 Eiern. Am Brutgeschäft und der Jungenaufzucht beteiligen sich beide Eltern [1; 2].

Gefährdung und Schutz

Die Art hat eine sehr weite Verbreitung und der Bestand scheint stabil zu sein. Sie gilt daher aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2016 nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art befindet sich im internationalen Tierhandel, gebietsweise werden die Vögel zwecks Gewinnung ihrer Federn gejagt [1].

Haltung

Flammenkopf-Bartvögel werden bisweilen freifliegend in Tropenhallen gehalten. Bei Haltung in Volieren meist Vergesellschaftung mit Sperlingsvögeln, Wachteln etc.. Die Zooerstzucht gelang 1995 dem Zoo Heidelberg [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 40 Zoos gezeigt, von denen sich etwa die Hälfte im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland und der Schweiz gibt es keine Mindestanforderungen an Gehege für Bartvögel. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2019) schreibt für ein Paar eine Außenvoliere von 6 m² / 15 m³ und eine Innenvoliere von 3 m² / 6 m³ vor. Bei Unterbringung von zwei weiteren Vögeln ist die Grundfläche um 25% zu erweitern.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Flammenkopf-Bartvogel wurde 1878 von Jean Louis CABANIS, dem Nachfolger von Martin Hinrich LICHTENSTEIN als Direktor des Berliner Museums für Naturkunde, unter seinem heute noch gültigen Namen erstmals wissenschaftlich beschrieben. Gegenwärtig werden drei Unterarten anerkannt [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Trachyphonus erythrocephalus. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22681889A92924667. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22681889A92924667.en . Downloaded on 24 July 2019.
  2. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  3. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  4. LANTERMANN, W. (2016)

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Gelesen 1399 mal Letzte Änderung am Freitag, 26 Juli 2019 08:54
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx