Mäuse-Verwandte

Kleine Wüstenspringmaus

Kleine Wüstenspringmaus (Jaculus jaculus), Zoo Frankfurt Kleine Wüstenspringmaus (Jaculus jaculus), Zoo Frankfurt
© Klaus Rudloff, Berlin

Überordnung: EUARCHONTOGLIRES
Taxon ohne Rang: Nagetiere und Hasen (GLIRES)
Ordnung: Nagetiere (RODENTIA)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Familie: Springmäuse (Dipodidae)
Unterfamlie: Springmäuse im engeren Sinn (Dipodinae)

<D LC 650

Kleine Wüstenspringmaus

Jaculus jaculus • The Lesser Egyptian Jerboa • La gerboise du désert ou gerboise d'Égypte

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Kleine Wüstenspringmaus (Jaculus jaculus) im Zoologisch-Botanischen Garten Pilsen © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Approximative Verbreitung der Kleinen Wüstenspringmaus (Jaculus jaculus)

 

 

 

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Kleine Wüstenspringmaus (Jaculus jaculus) in Privathaltung © Elias Neideck

 

 

 

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Kleine Wüstenspringmaus (Jaculus jaculus) in Privathaltung © Elias Neideck

 

 

 

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Kleine Wüstenspringmaus (Jaculus jaculus) in Privathaltung © Elias Neideck

 

 

 

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Als Beispiel für eine konvergente Entwicklung (zu den Kängurus) sind Wüstenspringmäuse von zoopädagogischem Interesse. Als nachtaktive Tiere können sie aber sinnvollerweise nur in Nachttierhäusern gezeigt werden. Daher werden sie in Zoos nicht häufig gehalten.

Körperbau und Körperfunktionen

Die Wüstenspringmäuse hüpfen wie Kängurus auf den Hinterbeinen. Der lange Schwanz dient dabei als Steuer, beim Sitzen auch als Stütze. Die auffällig schwarz-weiß, bei einigen Formen rein weiß gefärbte Schwanzquaste hat eventuell Signalfunktion. Die Kleine Wüstenspringmaus wiegt zwischen 43 und 73 (Mittel 55) Gramm. Ihre Gesamtlänge schwankt zwischen 24 und 32 cm, wovon 12-18 cm auf den Schwanz fallen. Ihre Hinterfüße haben drei mit hellen, borstige Haarbüscheln versehene Zehen und messen 47-64 mm [2; 3].

Verbreitung

Nördliches Afrika und Naher Osten : Ägypten, Algerien, Burkina Faso, Eritrea, Iran, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libyen, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Oman, Saudiarabien, Senegal, Somalia, Sudan, Syrien, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate, Westsahara [1].

Lebensraum und Lebensweise

Die kleine Wüstenspringmaus lebt in Sandwüsten und steinigen Lebensräumen in offenen Akazienwäldern. Sie ist nachtaktiv und lebt solitär. Jedes Tier hat seinen eigenen Bau, dessen 2-3 Eingänge es verschließt, wenn es sich im Bau befindet. Nach einer Tragzeit von 25 Tagen werden meist 3 (1-5) Junge mit einem Gewicht von 2 g geboren. Diese werden 7 Wochen lang gesäugt [2; 3; 5].

Gefährdung und Schutz, Ausrottung und Wiederansiedlung

Die Art hat ein zwar lückenhaftes, aber doch weites Verbreitungsgebiet und große Bestände. Deshalb wird die Kleine Wüstenspringmaus im Rahmen einer Beurteilung aus dem Jahr 2016 als nicht-gefährdet eingestuft (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel ist nicht durch CITES geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Kleine Wüstenspringmäuse werden in Jordanien als Falkenfutter und Köder verwendet, auf der Arabischen Halbinsel werden sie von den Beduinen gegessen [1; 3].

Haltung

Wüstenspringmäuse springen weit, aber in der Regel nicht sehr hoch. Es wird empfohlen, ihnen ein Gehege von wenigstens 150 x 50 x 50 cm zur Verfügung zu stellen. Damit ein für die Tiere geeignetes Klima im Behälter sichergestellt werden kann, sollte dieser keine direkte Sonneneinstrahlung und keine Zugluft abbekommen [3].

WEIGL gibt als Altersrekorde 7 Jahre und 2 bzw. 3 Monate für zwei in amerikanischen Zoos gehaltene Tiere an [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird weniger als 10 Zoos gehalten. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Das Säugetiergutachten 2014 gibt für 1-2 Tiere einen Behälter mit einer Grundfläche von 1 m² und einer Höhe von 0,8 m vor. Für jedes weitere erwachsene Tier soll die Fläche um 0.2 m² vergrößert werden. Die Tierschutzsachverständigen der Zoos stellten dazu fest, dass die vorgegebene Höhe nicht nachzuvollziehen sei, das Springmäuse zwar weit, aber nicht hoch springen.

Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 2019) gibt für Springmäuse keine Gehegedimensionen vor.

Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2019) ist für die Haltung von Springmäusen ein Gehege von 1 m² erforderlich.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Kleine Wüstenspringmaus wurde 1758 von Carl von LINNÉ unter dem Namen "Mus jaculus" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Jaculus wurde 1777 von dem aus Quedlinburg stammenden Naturforscher Johann Christian Polycarp ERXLEBEN festgelegt. Es wurden etwa 30 Unterarten beschrieben, die heute aber größtenteils nicht mehr anerkannt sind, während zwei Unterarten zu vollen Arten aufgewertet wurden (hirtipes und loftusi). Die Unterfamilie der Springmäuse wurde 1817 durch den aus Sachsen stammenden Johann Gotthelf FISCHER VON WALDHEIM (1771-1853) begründet. Dieser hatte 1804 einen Ruf auf den Lehrstuhl für Naturgeschichte in Moskau erhalten, wo er auch Direktor des Naturgeschichtlichen Kabinetts der Akademie wurde [2; 5].

Literatur und Internetquellen

  1. AMORI, G. et al. (2016). Jaculus jaculus (errata version published in 2017). The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T10912A115100630. http://www.iucnredlist.org/details/10912/0. Downloaded on 21 May 2018.
  2. GRIMMBERGER & RUDLOFF (2009)
  3. JORDAN, B. (2009)
  4. WEIGL, R. (2005)
  5. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-) 

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Gelesen 8597 mal Letzte Änderung am Dienstag, 21 Mai 2019 14:55
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx