Aras und Keilschwanz-Sittiche

Spix-Ara

Spix-Ara (Cyanopsitta spixii) im Loro Parque, Tenerife Spix-Ara (Cyanopsitta spixii) im Loro Parque, Tenerife
Loro Parque

Ordnung: Papageienvögel (PSITTACIFORMES)
Familie: Echte Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Eigentliche Papageien (Psittacinae)
Tribus: Neuweltpapageien (Arini)

D CR 650

Spix-Ara

Cyanopsitta spixii • The Spix's Macaw • L'ara de Spix

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Spix-Ara-Nachzuchten (Cyanopsitta spixii) im Loro Parque, Tenerife © Loro Parque (Pressefoto)

 

 

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Ehemalige Verbreitung des Spixaras (Cyanopsitta spixii)

 

 

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Spix-Ara (Cyanopsitta spixii) Nestling im L;oro Parque, Tenerife © Loro Parque (Pressefoto)

 

 

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Spix-Ara (Cyanopsitta spixii) in der Al Wabra Wildlife Preservation © Wolfgang Dreier, Berlin

 

 

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Spix-Ara (Cyanopsitta spixii) in der Al Wabra Wildlife Preservation © Wolfgang Dreier, Berlin

 

 

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Spix-Ara (Cyanopsitta spixii) im Loro Parque, Tenerife © Ulrich Brodde, Berlin. http://www.brodde-foto.com/

 

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Der Spix-Ara war in seiner ursprünglichen Heimat bereits ausgestorben. In Zusammenarbeit zwischen den brasilianischen Behörden und Zoos konnte eine wachsende ex situ-Population aufgebaut werden, aus der mittlerweile Nachzuchtvögel wiederangesiedelt werden konnten.

Körperbau und Körperfunktionen

Mit 55 cm Gesamtlänge und einem Gewicht von unter 400 Gramm ist der Spix-Ara eine mittelgroße Ara-Art. Die Grundfarbe des Gefieders ist blau, Rücken, Flügel und Schwanzoberseite sind kobaltblau, der Kopf etwas heller und zum Teil eher gräulich. Der unbefiederte Zügel, der Augenring und der Schnabel sind grauschwarz, die Iris ist gelb und die Füße sind dunkelgrau [3; 5; 7; 10; 11]. 

Verbreitung

Südamerika: Brasilien, im Norden des Bundesstaates Bahía. [2].

Lebensraum und Lebensweise

Der Lebensraum des Spix-Aras ist die  Caatinga. Die Vögel ernähren sich von Früchten und Samen, insbesondere von Euphorbienarten. Ihr Gelege besteht aus 2-4 Eiern, die 26-27 Tage bebrütet werden. Die Nestlingszeit beträgt rund 60 Tage und mit 3-4 Monaten werden die Jungvögel selbständig [12].

Gefährdung und Schutz

Der letzte wilde Spix-Ara verschwand wahrscheinlich 2000. Seither wurden keine freilebenden Tiere mehr gesehen. Da man aber nicht ganz sicher ist, ob noch kleine Bestände existieren, wird der Spix-Ara in der Roten Liste noch als vom Aussterben bedroht aufgeführt (Rote Liste: CRITICALLY ENDANGERED) [2].

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang I eingeschränkt.

Zoogestütztes Artenschutzprojekt:

  • Zucht und Wiederansiedlung des Spix-Aras: Der Loro Parque kooperiert seit 2006 mit den brasilianischen Naturschutzbehörden und hat bis 2019 von zwei ihm überlassenen Zuchtpaaren 30 Jungvögel nachgezogen. Davon wurden 15 nach Brasilien gesandt, 9 für den Aufbau einer Zuchtstation, 6 wurden im März 2019 ausgewildert [12].

Bedeutung für den Menschen

Der Spix-Ara wurde früher zur Fleischgewinnung bejagt und für den internationalen Tierhandel gefangen. Von 2001-2018 registrierte Brasilien als einziges Ursprungsland nebst etwas Wissenschaftsmaterial die Ausfuhr von nur einem lebenden Wildfang. Im selben Zeitraum wurden weltweit 185 Nachzuchtvögel bei der Ausfuhr erfasst. Davon stammten 120 aus Qatar. Von den 184 registrierten Importen gingen 123 nach Deutschland [2; 4].

Haltung

Die Welterstzucht gelang 1991 einem Privathalter im Kanton Thurgau. Die erste Zucht einem Zoo glückte ein Jahr später dem Loro Parque auf Teneriffa [Erstzuchtregister EXOTIS Schweiz]. Das  Höchstalter in Menschenobhut wird mit 32 Jahren und 3 Monaten angegeben [13].

Haltung in europäischen Zoos: Gegenwärtig (2022) sind Spix-Aras nur im Pairi Daiza-Zoo in Belgien zu sehen, der seit 2018 zwei Paare hält. 2019 gab es bereits Nachzucht, die dem Wiederansiedlungsprojekt zur Verfügung gestellt wurde. Für Details siehe Zootierliste.

1878 gelangte das erste Exemplar in den Londoner Zoo. 1975 konnte der Vogelpark Walsrode zwei Jungvögel erwerben. Verschiedene Paare gelangten in den 1970er Jahre in die Hände von Liebhabern, die zum Teil erfolgreich züchteten. Im Jahr 2000 betrug die Zahl der bekannten Spix-Aras in Menschenhand 60, wovon 54 Nachzuchtvögel waren. Ende 2011 waren es total erfasste 87 Vögel. Davon waren 75 in das Zuchtprogramm integriert, einschließlich 55 Vögel im Al Wabra Wildlife Preservation Center in Doha (Katar). Weitere Vögel befinden sich im Besitz der Association for the Conservation of Threatened Parrots (ACTP) oder der brasilianischen Naturschutzbehörde, die leihweise Zuchtpaare an qualifizierte Privathalter und Zoos, darunter der Loro Parque, abgegeben haben. Der im Zuchtbuch erfasste Gesamtbestand liegt bei 129 Vögeln  [IZY 52, Daten bis Dezember 2016; 1; 9, 10].

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Papageiengutachten des BMELF von 1995 ist für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Fläche von 4 x 2 m und einer Höhe von 2 m erforderlich, ferner ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 2 m². Für jedes weitere Paar sind die Grundflächen um 50% zu erweitern. Nach Schweizerischer Tierschutzverordnung (Stand 1.2.2022) sind Aras mindestens paarweise zu halten. Für ein Paar ist eine bei Bedarf unterteilbare Innenvoliere mit Badegelegenheit, einer Grundfläche von 10 m² und einem Volumen von 30 m³ vorgeschrieben, für jedes weitere Tier ist die Grundfläche um 1 m² zu erweitern. Ein Aussengehege ist fakultativ. Ist dieses vorhanden und permanent zugänglich, so können dessen Maße ans Innengehege angerechnet werden, wobei maximal ein Drittel des Innengeheges durch das Außengehege ersetzt werden kann. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2022) schreibt für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Grundfläche von 4 x 2 m Fläche und einer Höhe von 3 m sowie einen Schutzraum von 2 m² / 2 m Höhe mit einer Mindesttemperatur von 10°C vor. Je weiteres Paar sind die Flächen um 50% zu erweitern. 

Taxonomie und Nomenklatur

Der Spix-Ara bildet eine monotypische Gattung. Er wurde 1820 vom Leiter der zoologischen Sammlungen in München, Dr. Dr. Johann Baptist Ritter von SPIX entdeckt. Dieser war 1817 mit einer österreichischen Expedition nach Brasilien gereist, hatte sich aber bald von dieser getrennt, um alleine oder mit einem befreundeten Botaniker das Innere Brasiliens zu erkunden. Von ihrer Reise brachten die beiden Forscher eine enorme Kollektion von Herbariumsexemplaren sowie präparierten Insekten und Wirbeltieren mit, die eine Grundlage für die heutige Zoologische Staatssammlung München bildete. Darunter befand sich das Typenexemplar des nach Spix's Ableben von WAGLER im Jahr 1832 als "Sittace Spixii" beschriebenen Spix-Aras. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Cyanopsitta wurde 1854 von Prinz Charles Lucien Jules Laurent BONAPARTE eingeführt. Es gibt keine Unterarten [6; 10; 11].

Literatur und Internetquellen

  1. ASSOCIATION FOR THE CONSERVATION OF THREATENED PARROTS
  2. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2018). Cyanopsitta spixii. The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T22685533A130431750. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T22685533A130431750.en . Downloaded on 04 August 2019.
  3. CITES IDENTIFICATION MANUAL
  4. CITES TRADE DATA BASE
  5. DE GRAHL, W. (1979/82)
  6. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  7. FORSHAW, J. M. & COOPER, W. T. (1981)
  8. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  9. HAMMER, S. & WATSON, R. (2011)
  10. LANTERMANN, W. (1984)
  11. LEPPERHOFF, R. (2004)
  12. www.bluemacaws.org/en-gb/news/lears-macaws-successfully-released-in-brazil
  13. YOUNG, A. M., HOBSON, E. A., BINGAMAN LACKEY, L. & WRIGHT, T. F. (2012)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx