Loris und Borstenköpfe

Veilchenlori

Veilchenlori (Psitteuteles goldiei) im Weltvogelpark Walsrode Veilchenlori (Psitteuteles goldiei) im Weltvogelpark Walsrode
Simon Bruslund, Walsrode

Ordnung: Papageienvögel (PSITTACIFORMES)
Familie: Echte Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Loris (Loriinae)

D LC 650

Veilchenlori

Psitteuteles goldiei • The Goldie's Lorikeet • Le loriquet de Goldie

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Veilchenlori (Psitteuteles goldiei) im Zoo Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Approximative VVerbreitung des Veilchenloris (Psitteuteles goldiei)

 

 

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Veilchenlori (Psitteuteles goldiei) im Weltvogelpark Walsrode © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Der Veilchenlori ist ein kleiner, grüner Lori, der in seiner Heimat nicht gefährdet ist und in europäischen Zoos nicht häufig gezeigt wird.

Körperbau und Körperfunktionen

Die Veilchenloris erreichen eine Gesamtlänge von 19 cm, wovon 7.5 cm auf den Schwanz entfallen, und ein  Gewicht von 55-61 (45-70) g. Die Grundfarbe des Gefieders ist grün, Unterseits gelblich grün mit dunkleren Schaftstrichen. Stirn, Oberkopf und Unterflügel sind rot, am Kopf schließt an das Rot ein bläulichvioletter Bereich an, Der Schnabel ist schwarz, die Iris braun und die Füße sind hellgrau [4; 5; 6; 7; 8]. 

Verbreitung

Australasien: Indonesien (Irian Jaya) und Papua Neuguinea [1]. 

Lebensraum und Lebensweise

Die Veilchenloris leben Bergwäldern in Höhenlagen von 1'000-2'000 m, bisweilen sogar in Nothofagus- und Podocarpus-Wäldern oder oberhalb der Waldgrenze bis 2'800 m. Sie ernähren sich vom Nektar blühender Bäume und Gebirgspflanzen, nehmen aber auch Beeren und einige Früchte. Die Gelege bestehen aus 2 Eiern, die während etwa 23 Tagen bebrütet werden. Die Nestlingszeit dauert ca. 50 Tage [1; 5; 7; 8].

Gefährdung und Schutz

Der Veilchenlori hat ein sehr grosses Verbreitungsgebiet und die Bestände scheinen stabil zu sein. Die Gesamtpopulation ist nicht bekannt, aber je nach Futterangebot kann er lokal relativ häufig vorkommen. Er wurde deshalb letztmals 2018 als nicht-gefährdet eingestuft (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Aus den Ursprungsländern wurden von 2001-2018 keine lebenden Wildfänge legal exportiert, lediglich 3 "specimens". Im selben Zeitraum wurden weltweit Ausfuhren von 778 Nachzuchtvögeln registriert, wovon 547 aus Südafrika stammten [3].

Haltung

Die Welterstzucht gelang 1950 im Brookfield-Zoo Chicago [7]. Das Höchstalter in menschlicher Obhut wird mit 24 Jahren und 2 Monaten angegeben [9].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund einem Dutzend Zoos gezeigt, von denen sich ein paar im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Veilchenloris werden erst seit den 1970er Jahren in größerer Zahl gehalten. 1972 kamen die ersten in die Wilhelma Stuttgart.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Papageiengutachten des BMELF von 1995 ist für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels ein Käfig mit einer Grundfläche von 0.5 m² und einer Höhe von 50 cm erforderlich, der in mindestens 80 cm Höhe aufzustellen ist, ferner ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 0.5 m². Für jedes weitere Paar sind die Grundflächen um 50% zu erweitern. Nach Schweizerischer Tierschutzverordnung (Stand 2019) sind Veilchenloris mindestens paarweise zu halten. Für ein Paar ist ein Käfig mit Badegelegenheit, einer Grundfläche von 0.5 m² und einer Höhe von 60 cm vorgeschrieben, für jedes weitere Tier ist die Grundfläche um 0.05 m² zu erweitern. Dies ist für die Art kaum adäquat. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs schreibt für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Grundfläche von 1.5 m² Fläche und einer Höhe von 1 m sowie einen Schutzraum von 1 m² mit einer Mindesttemperatur von 5°C vor. Je weiteres Paar sind die Flächen um 50% zu erweitern.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Veilchenlori wurde 1882 von dem englischen Zoologen Richard Bowdler SHARPE unter dem Namen "Trichoglossua Goldiei" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Später wurde er in die von Prinz Charles Lucien BONAPARTE bereits 1854 eingeführte Gattung Psitteuteles gestellt. Die Gattungsbezeichnung Trichoglossus wird bisweilen heute noch verwendet. Die Art ist monotypisch [5; 7].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2018). Psitteuteles goldiei. The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T22684578A130099733. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T22684578A130099733.en . Downloaded on 15 August 2019.
  2. BROUWER, K., JONES, M. L., KING, C. E. und SCHIFTER, H. (2000)
  3. CITES TRADE DATA BASE
  4. DE GRAHL, W. (1979)
  5. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  6. FORSHAW, J. M. & COOPER, W. T. (1981)
  7. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  8. PAGEL, T. (1985)
  9. YOUNG, A. M., HOBSON, E. A., BINGAMAN LACKEY, L. & WRIGHT, T. F. (2012)

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Gelesen 1652 mal Letzte Änderung am Freitag, 20 Dezember 2019 07:10
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx