Kakadus

Rotschwanz-Rabenkakadu

Rotschwanz-Rabenkakadu (Calyptorhynchus banksii) im Kangaroo Island Wildlife Park, Parndana, Südaustralien Rotschwanz-Rabenkakadu (Calyptorhynchus banksii) im Kangaroo Island Wildlife Park, Parndana, Südaustralien
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Papageienvögel (Psittaciformes)
Familie: Kakadus (Cacatuidae)
Unterfamilie: Schwarze Kakadus (Calyptorhynchinae)

D LC 650

Rotschwanz-Rabenkakadu

Calyptorhynchus banksii • The Red-tailed Black Cockatoo • Le cacatoès de Banks

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Rotschwanz-Rabenkakadu-Paar (Calyptorhynchus banksii) im Weltvogelpark Walsrode © Simon Bruslund, Zoo Heidelberg

 

 

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Approximative Verbreitung des Rotschwanz-Rabenkakadus (Calyptorhynchus banksii)

 

 

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Rotschwanz-Rabenkakadu (Calyptorhynchus banksii) im Kangaroo Island Wildlife Park, Parndana, Südaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Rotschwanz-Rabenkakadu (Calyptorhynchus banksii) im Kangaroo Island Wildlife Park, Parndana, Südaustralien © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Junger Rotschwanz-Rabenkakadu (Calyptorhynchus banksii) im Weltvogelpark Walsrode © Norbert Neumann, Walsrode

 

 

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Weiblicher Rotschwanz-Rabenkakadu (Calyptorhynchus banksii), Illustration aus LATHAM, J. (1787) Supplement (1) to the General Synopsis of Birds. London. Public domain.

 

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Der in seiner Heimat nicht-gefährdete Rotschwanz- oder Banks-Rabenkakadu ist wegen seines Sexualdimorphismus zoopädagogisch interessant, wird aber in europäischen Zoos nur selten gezeigt.

Körperbau und Körperfunktionen

Männliche Banks-Rabenkakadus werden etwa 60-65 cm lang und bis 870 g schwer. Die Iris ist dunkelbraun und der Schnabel dunkelgrau. Die Grundfarbe ihres Gefieders ist schwarz. Auf den äußeren Steuerfedern des Schwanzes befindet sich eine breite, rote Binde, eventuell mit schmalem orangefarbenem Rand. Es besteht ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus: Die Weibchen sind nicht nur kleiner, sondern ihr Gefieder ist auf der Körperunterseite bräunlich-schwarz, Kopf und Hals und Flügel haben an den Enden einzelner Federn blassgelbe Flecken, die Schwanzbinde ist nicht rot, sondern gelb, und der Schnabel ist hornfarben [2; 4; 5; 7; 8]. 

Verbreitung

Australien: in allen Bundesstaaten ausgenommen Tasmanien, schwergewichtig im Norden und Osten des Kontinents [1].

Lebensraum und Lebensweise

Rotschwanz-Rabenkakadus besiedeln tropische und subtropische Monsun- und Trockenwälder, gemäßigte Eukalyptuswälder, halbtrockenen Busch und Kulturland. Sie ernähren sich von Nüssen und Früchten, z.B. von Myrobalanen (Terminalia), Schraubenbäume (Pandanus), Akazien oder Eukalypten. Genistet wird in mit Holzschnitzeln gepolsterten Baumhöhlen in hohen Bäumen. Die Gelege bestehen aus 1-2(-3) Eiern, die während etwa 28-32 Tagen nur von der Henne bebrütet werden. Diese wird vom Hahn gefüttert. Die Nestlingszeit dauert 70-90 Tage. Eventuell kann es im selben Jahr zu einer zweiten Brut kommen [4; 5; 8]. 

Gefährdung und Schutz

Der Rotschwanz-Rabenkakadu hat ein sehr großes Verbreitungsgebiet. Obwohl die Bestände eher zurückgehen, ist dieser Rückgang nicht so gravierend, dass die Art als gefährdet betrachtet werden müsste. In der letzten Beurteilung von 2016 wurde der Gesamtbestand auf über 100'000 Vögel beziffert (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Von 2001-2018 wurden aus Australien keine lebenden Wildfänge, sondern lediglich etwas Wissenschaftsmaterial ausgeführt. Im selben Zeitraum wurden weltweit 558 Nachzuchtvögel bei der Ausfuhr registriert. Davon kamen 139 aus Südafrika [3].

Haltung

Das Höchstalter in menschlicher Obhut wird mit 55 Jahren und 3 Monaten angegeben [10].

Haltung in europäischen Zoos: Der Rotschwanz-Rabenkakadu wurde bereits im 19. Jahrhundert in den Zoos von Berlin, Frankfurt, Köln und London gezeigt, war aber in Europa nie häufig. Heute wird die Art wird in rund einem Dutzend Zoos gehalten, von denen sich wenige im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Das bis 2017 aktive Europäische Zuchtbuch (ESB) und das dieses ablösende Monitoring-Zuchtbuch werden vom Kölner Zoo geführt.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Papageiengutachten des BMELF von 1995 ist für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Grundfläche von 3 m² und einer Höhe von 2 m erforderlich, ferner ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 2 m². Für jedes weitere Paar sind die Grundflächen um 50% zu erweitern. Nach Schweizerischer Tierschutzverordnung (Stand 2019) sind große Kakadus mindestens paarweise zu halten. Für ein Paar ist ein Innenvoliere mit Badegelegenheit, einer Grundfläche von 10 m² und einer Höhe von 3 m vorgeschrieben, für jedes weitere Tier ist die Grundfläche um 1 m² zu erweitern. Eine Außenvoliere ist fakultativ. Ist sie vorhanden und permanent zugänglich, können ihre Maße ans Innengehege angerechnet werden, wobei maximal ein Drittel von dessen Fläche durch die Außenvoliere ersetzt werden kann. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs schreibt für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Grundfläche von 8 m² Fläche und einer Höhe von 2.5 m sowie bei Außenhaltung einen Schutzraum von 2 m² Fläche / 2 m Höhe und einer Mindesttemperatur von 10°C vor. Je weiteres Paar ist die Fläche um 50% zu erweitern. 

Taxonomie und Nomenklatur

Die erste bildliche Darstellung eines Rotschwanz-Rabenkakadus wurde 1770 von Sydney PARKINSON angefertigt, einem wissenschaftlichen Zeichner, der an der "Endeavour"-Expedition nach Australien teilgenommen hatte. Als gültige Erstbeschreibung gilt die des britischen Arztes und Naturforschers John LATHAM aus dem Jahr 1790, in der er den Rotschwanz-Rabenkakadu "Psittacus Banksii" nannte. Der heute gültige Gattungsname Calyptorhynchus wurde 1826 vom französischen Zoologen Anselme Gaëtan DESMAREST eingeführt. Bis vor wenigen Jahren wurde die Art "Calyptorhynchus magnificus" genannt, bis man feststellte, dass die Abbildung in der ebenfalls aus dem Jahr 1790 stammenden Originalbeschreibung einen weiblichen Braunkopfkakadu (C. lathami) zeigte. Die Art wird in fünf Unterarten unterteilt, von denen die letzte erst 1988 beschrieben wurde [5; 6; 9].

Literatur und Internetquellen 

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Calyptorhynchus banksii. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22684744A93044811. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22684744A93044811.en . Downloaded on 10 August 2019.
  2. CITES IDENTIFICATION MANUAL
  3. CITES TRADE DATA BASE
  4. DE GRAHL, W. (1979/82)
  5. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  6. DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)
  7. FORSHAW, J. M. & COOPER, W. T. (1981)
  8. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  9. STRUNDEN, H. (1984)
  10. YOUNG, A. M., HOBSON, E. A., BINGAMAN LACKEY, L. & WRIGHT, T. F. (2012)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx