Kuckucke

Spitzschopf-Seidenkuckuck

Spitzschopf-Seidenkuckuck (Coua cristata) im Welt-Vogelpark Walsrode Spitzschopf-Seidenkuckuck (Coua cristata) im Welt-Vogelpark Walsrode
© Klaus Rudloff, Berlin

Ordnung: Kuckucksvögel (CUCULIFORMES)
Unterordnung: Kuckucksartige (CUCULI)

Familie: Kuckucke (Cuculidae)
Unterfamilie: Buntschnabel-Kuckucke (Phaenicophaeinae)

D LC 650

Spitzschopf-Seidenkuckuck

Coua cristata • The Crested Coua • Le coua huppé

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Spitzschopf-Seidenkuckuck (Coua cristata) im Weltvogelpark Walsrode © Weltvogelpark Walsrode (Pressefoto)

 

 

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Approximative Verbreitung des Spitzschop-Seidenkuckucks (Coua cristata)

 

 

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Nestling des Spitzschopf-Seidenkuckucks (Coua cristata) im Weltvogelpark Walsrode © Weltvogelpark Walsrode (Pressefoto)

 

 

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Spitzschopf-Seidenkuckuck (Coua cristata) im Welt-Vogelpark Walsrode © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Der Spitzschopf-Seidenkuckuck ist selbst nicht gefährdet, eignet sich aber als attraktive Vogelart gut als Botschafter für Natur- und Artenschutzprojekte in Madagaskar. Er wurde aber erst vor nicht allzu langer Zeit erstmals in einem Zoo gezüchtet und ist auch heute noch nur sehr selten anzutreffen.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Spitzschopf-Seidenkuckuck erreicht eine Gesamtlänge von 40-44 cm und ein Gewicht von ca. 136 g. Seine Oberseite ist grüngrau, der mit einer Federhaube versehene Kopf grau, der lange Schwanz purpurblau, die Kehle grau und die Brust purpurfarben bis rotbraun. Schnabel und Füße sind schwarz [2; 3].

Verbreitung

Madagaskar, rund um die Insel bis in Höhenlagen von 900 m [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Spitzschopf-Seidenkuckuck besiedelt Primär- und Sekundärwälder, Mangrovenwälder, Savannen, Buschsteppen und Kalkhügel vom Meeresspiegel bis auf eine Höhe von 900 m. Er ernährt sich von Insekten, Schnecken und kleinen Reptilien, ferner von Beeren, Früchten und Sämereien [3].

Beide Geschlechter beteiligen sich am Bau des Nests, das sie aus Zweigen und Wurzeln errichten. Das Gelege besteht aus 2 mattweißen Eiern, die während 13-14 Tagen ausgebrütet werden. Die Nestlingszeit dauert 12-14 Tage [2; 3].

Gefährdung und Schutz

Die Größe der Gesamtpopulation ist nicht bekannt und die Bestände nehmen ab. Da der Spitzschopf-Seidenkuckuck aber ein sehr großes Verbreitungsgebiet hat und in bestimmten Gebieten auch häufig ist, wurde er im Rahmen einer Beurteilung im Jahr 2016 noch nicht als gefährdet angesehen (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Der Spitzschopf-Seidenkuckuck gelangt gelegentlich in den internationalen Tierhandel [1].

Haltung

Im Rahmen einer Zusammenarbeit mit dem Tsimbazaza Zoo auf Madagaskar erhielt der Weltvogelpark Walsrode 1998 seine ersten Haubenseidenkuckucke. Bereits im Jahr 2000 konnte die Art erstmals erfolgreich nachgezogen werden. Dabei handelte es sich um eine Welterstzucht [3; 4]. Die Nachzucht von Seidenkuckucken in menschlicher Obhut erweist sich als besondere Herausforderung, da sie im Allgemeinen sehr sensible und empfindliche Vögel sind. Daher erfordert die Zusammensetzung von Brutpaaren viel Feingefühl und Erfahrung. Auch die Voliere muss gut mit dichten Pflanzen ausgestattet sein und über genügend Sitzäste verfügen, damit die Vögel sich verstecken und ausweichen können. Gegenüber anderen Vogelarten verhalten sich Seidenkuckucke im Allgemeinen friedlich (PM Weltvogelpark Walsrode).

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur sehr selten in europäischen Zoos gezeigt. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für die Haltung von Kuckucken.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Spitzschopf-Seidenkuckuck war bereits Carl von LINNÉ bekannt, der ihn 1766 unter der Bezeichnung "Cuculus cristatus" erstmals wissenschaftlich beschrieb. Der Gattungsname Coua wurde 1821 vom Schweizer Zoologen Heinrich Rudolf SCHINZ eingeführt [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Coua cristata. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22725453A94892874. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22725453A94892874.en. Downloaded on 13 July 2019.
  2. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  3. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  4. SCHÜRER, U. (2012)

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Gelesen 4009 mal Letzte Änderung am Samstag, 26 März 2022 15:27
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx