Eisvögel, Bienenfresser und Racken

Gabelracke

Gabelracke (Coracias caudatus) im Zoo Landau Gabelracke (Coracias caudatus) im Zoo Landau
Jens-Ove Heckel, Landau

Ordnung: Rackenvögel (CORACIIFORMES)
Unterordnung: Rackenartige (CORACII)
Familie: Eigentliche Racken (Coraciidae)

D LC 650

Gabelracke, Gabelschwanzracke

Coracias caudatus • The Lilac-breasted Roller • Le rollier à longs brins

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Gabelracke (Coracias caudatus) im Vogelpark Ruinen © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Approximative Verbreitung der Gabelracke (Coracias caudatus)

 

 

 

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Gabelracke (Coracias caudatus) an Geflügelschau in Recklinghausen © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Gabelracke (Coracias caudatus) im Pilanesberg-Nationalpark, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Gabelracke (Coracias caudatus) im Zoo Landau © K. Blumer, Landau

 

 

Weitere Bilder auf BioLib.cz

Als farblich auffällige Vogelart wird die aus Ost- und Südafrika stammende Gabelracke vom Zoopublikum beachtet und eignet sich daher als Botschafter für Natur- und Artenschutzprojekte in ihren Ursprungsgebieten. In Zoos wird sie mit mittlerer Häufigkeit gezeigt.

Körperbau und Körperfunktionen

Die Gabelracke erreicht eine Gesamtlänge von 36-38 cm und ein Gewicht von 87-135 g. Sie hat stark verlängerte äußere Schwanzfedern und damit einen tief gegabelten Schwanz. Sie ist sehr bunt gefärbt. Vorderkopf und Kinn sind rötlich oder (bei der Nominatform) weiß, Oberkopf und Nacken grün, Wangen und Brust rotviolett mit weißer Strichelung, Bauch und Schanz hellblau, Schultern und Rücken braun, die Flügelunterseiten blau [2; 3; 4].

Verbreitung

Ost- bis Südafrika: von Äthiopien über den Kongo bis nach Südafrika (Angola, Äthiopien, Botswana, Burundi, DR Kongo, Kenia, Kongo, Lesotho, Malawi, Mosambik, Namibia, Ruanda, Sambia, Simbabwe, Somalia, Südafrika, Swasiland, Tansania, Uganda [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der bevorzugter Lebensraum der Gabelracke sind Trockensavannen und Trockenwälder mit schmal- oder breitblättrigen Bäumen. Hier jagt sie von hohen Ästen aus auf Heuschrecken, Echsen, große Käfer, Skorpione, große Spinnen, ausfliegende Termiten und gelegentlich kleine Vögel, die sie zumeist am Boden erbeutet. Genistet wird in Baumhöhlen, oft alten Specht- oder Bartvogelhöhlen. Altes Nistmaterial wird entfernt, aber die Höhle wird nicht neu ausgekleidet. Es werden 2-5, meistens 3, weiße und stark abgerundete (32 x 25 mm) Eier gelegt. Diese werden während 17-22 Tagen abwechselnd von beiden Eltern bebrütet. Die Jungen fliegen mit fünf Wochen aus [3; 4].

Gefährdung und Schutz

Die Gabelschwanzracke hat eine sehr weite Verbreitung. Die Gesamtpopulation ist nicht bekannt, aber die Bestände scheinen stabil zu sein. Deshalb gehört dieser Vogel aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2016 nicht zu den gefährdeten Arten (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Gabelschwanzracken werden lokal und national als Heimtiere gefangen [1].

Haltung

Gabelracken benötigen im Winter eine temperierte Innenvoliere. Sie sind gegenüber Artgenossen meist intolerant, sobald sich ein Paar gebildet hat. Eine Gemeinschaftshaltung ist aber mit anderen, nicht zu kleinen Vogelarten, wie Tokos, Turakos, Tauben, Staren, Würgern, Perlhühnern etc., in der Regel problemlos möglich. Als Nisthilfen sind große, erhöht angebrachte Nistkästen oder Baumhöhlen anzubieten [3].

Haltung in europäischen Zoos: Die europäische Erstzucht gelang 1978 im Berliner Zoo. Die Art wird in gegen 40 Zoos gezeigt, von denen sich etwa ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland und der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für die Haltung von Racken. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs schreibt für ein Paar Racken eine Voliere mit einer Grundfläche von 6 m² und 2 m Höhe sowie einen Schutzraum von 3 m² x 2 m Höhe vor. Bei ständiger Haltung im Innenraum ist die Innenvoliere zumindest entsprechend den Mindestmaßen der Außenvoliere zu errichten. Die Vögel sind bei mindestens 12ºC zu überwintern.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Gabelracke wurde anhand eines Exemplars aus Angola 1766 von Carl von LINNÉ als "Coracias caudata" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die grammatikalische Anpassung des Geschlechts von caudata zu caudatus (das griechische Κορακιάς, das einen Rabenvogel bezeichnet, ist männlich) erfolgte erst vor wenigen Jahren. Er werden zwei Unterarten anerkannt [4].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Coracias caudatus. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22682874A92966607. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22682874A92966607.en . Downloaded on 17 July 2019.
  2. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  3. GINN, P.J., McILLERON, W.G. & MILSTEIN, P. le S. (1999)
  4. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)

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Gelesen 909 mal Letzte Änderung am Freitag, 19 Juli 2019 09:00
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx