Fliegenschnäpper bis Drongos

Kupfernektarvogel

Kupfer-Nektarvogel (Cinnyris cupreus = Nectarinia cuprea) im Zoo Berlin Kupfer-Nektarvogel (Cinnyris cupreus = Nectarinia cuprea) im Zoo Berlin
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Sperlingsvögel (PASSERIFORMES)
Unterordnung: Singvögel (OSCINES)
Familie: Nektarvögel (Nectariniidae)

D LC 650

Kupfernektarvogel

Cinnyris cupreus (Nectarinia cuprea) • The Copper Sunbird • Le souimanga cuivré

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Kupfer-Nektarvogel (Cinnyris cupreus = Nectarinia cuprea) im Zoo Berlin © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Kupfer-Nektarvogels (Cinnyris cupreus = Nectarinia cuprea)

 

 

 

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Nektarvögel sind zoopädagogisch interessant, weil sie ein Beispiel für eine Konvergenz darstellen: Sie ähneln in Gestalt und Lebensweise den neotropischen Kolibris und nehmen in Afrika deren ökologische Stellung ein. Ihre Haltung und insbesondere die Zucht sind mit etlichem Aufwand verbunden. In Zoos sind sie selten anzutreffen: von den nach HANDBOOK 132 Arten sind knapp 10 %, alle in kleiner Stückzahl, vertreten.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Kupfernektarvogel erreicht eine Gesamtlänge von 12-13 cm und je nach Unterart ein Gewicht von 6.8-11.4 g bei den Männchen und 5.5-10.2 g bei den Weibchen. Beim Männchen ist das Gefieder von Kopf und Brust kupfern glänzend, das Rückengefieder sowie die Flügel- und Oberschwanzdecken purpurn glänzend und der Bauch schwarz. Beim Weibchen ist die Oberseite olivbraun und die Unterseite olivgelb mit dunkeln Flecken [2; 4].

Verbreitung

Afrika südlich der Sahara: Angola, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Burundi, Elfenbeinküste, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kenia, Kongo, DR Kongo, Liberia, Malawi, Mali, Mauretanien, Mosambik, Namibia, Niger, Nigeria, Ruanda, Sambia, Senegal, Sierra Leone, Simbabwe, Südafrika, Südsudan, Tansania, Togo, Tschad, Uganda, Zentralafrikanische Republik [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Kupfernektarvogel brütet in Savannen, Waldlichtungen und an Flussufern Afrikas von November bis Juni, in Simbabwe, seinem südlichsten Vorkommen, nur bis Februar. Das Nest wird in Bäumen oder Sträuchern am Ende eines Zweigs errichtet, oft so, dass es etwas in Laub versteckt bzw. vor der Sonne geschützt ist. Das Gelege besteht aus zwei 17x12 mm großen Eiern, die während 14 Tagen bebrütet werden. Die Jungen werden nach 15 Tagen flügge [3].

Gefährdung und Schutz

Obwohl die Gesamtpopulation nicht bekannt ist, wird der Kupfernektarvogel als nicht gefährdet beurteilt, weil die Bestände stabil zu sein scheinen und er ein sehr großes Verbreitungsgebiet hat (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Kupfernektarvögel werden gebietsweise für den internationalen Tierhandel gefangen [1].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wurde in nur wenigen Zoos gezeigt. Gegenwärtig (2022) gibt es keine mehr. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland und der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für Nektarvögel.

Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2022) schreibt für ein Paar Nektarvögel einen Käfig mit den Mindestmaßen 200x100x150 cm (LxBxH) vor. Bei der Unterbringung von weiteren 2 Vögeln ist die Grundfläche um 25% zu erweitern. Bei der Haltung in Außenvolieren muss ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 1 m² vorhanden sein. Die Voliere ist dicht mit natürlicher Bepflanzung und weichem, saugfähigem Bodenuntergrund auszustatten. Die Mindesttemperatur darf in der Eingewöhnungsphase 20°C, später 15°C nicht unterschreiten. Die Luftfeuchtigkeit muss 50-60% betragen. Zusätzlich sind punktförmige Wärmequellen mit Strahlungswärme, die bei Bedarf aufgesucht werden können, anzubieten.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Kupfernektarvogel wurde 1811 vom englischen Arzt und Naturforscher George Kearsley SHAW, der als Kustos am Britischen Museum tätig war, als "Certhia cuprea", also als eine Art Baumläufer, erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Cinnyris wurde 1816 von dem französischen Naturforscher und Direktor der Ménagerie von Paris, Georges-Frédéric CUVIER, eingeführt. Die Art wird aber oft auch in der Gattung Nectarinia plaziert. Es werden zwei Unterarten anerkannt [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2018). Cinnyris cupreus. The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T22717945A131980663. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T22717945A131980663.en . Downloaded on 14 January 2020.
  2. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  3. GINN, P.J., McILLERON, W.G. & MILSTEIN, P. le S. (1999)
  4. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)

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Gelesen 5373 mal Letzte Änderung am Sonntag, 27 März 2022 09:50
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx