Diese Seite drucken

Prachtfinken und Finken

Spitzschwanzamadine

Spitzschwanzamadine (Poephila acuticauda) im Zoo Basel Spitzschwanzamadine (Poephila acuticauda) im Zoo Basel
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Sperlingsvögel (PASSERIFORMES)
Unterordnung: Singvögel (OSCINES)
Familie: Prachtfinken (Estrildidae)
Unterfamilie: Papageiamadinen (Erythrurinae)

D LC 650

Spitzschwanzamadine

Poephila acuticauda • The Long-tailed Finch • Le diamant à longue queue

227 049 024 004 poephila acuticauda fuessen PD1
Spitzschwanzamadine (Poephila acuticauda) im Allgäuer Reptilienzoo, Füssen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

227 049 024 004 poephila acuticauda map
Approximative Verbreitung der Spitzschwanzamadine (Poephila acuticauda)

 

 

227 049 024 004 poephila acuticauda exhibit KR1
Spitzschwanzamadine (Poephila a. acuticauda) an Vogelaussstellung © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

227 049 024 004 poephila acuticauda bsl PD1
Spitzschwanzamadine (Poephila acuticauda) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

227 049 024 004 poephila acuticauda hecki BER KR1
Spitzschwanzamadine (Poephila acuticauda hecki) im Zoo Berlin © Klaus rudloff, Berlin

 

 

227 049 024 004 poephila acuticauda fuessen PD2
Spitzschwanzamadine (Poephila acuticauda) im Allgäuer Reptilienzoo Füssen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

227 049 024 004 poephila acuticauda zwergwachtel wilhelma presse
Spitzschwanzamadine (Poephila acuticauda) und Zwergwachtel Zwergwachtel (Coturnix (= Synoicus) chinensis) in der Wilhelma Stuttgart © Wilhelma (Pressefoto)

 

Weitere Bilder auf BioLib.cz

Die langschwänzige und durch ihren schwarzen Kehlfleck auffallende Spitzschwanzamadine ist in ihrer nordaustralischen Heimat nicht gefährdet. Es handelt sich um einen attraktiven und auffälligen Vogel, der sich gut als Botschafterart oder gemeinsam mi anderen zur Darstellung der Biodiversität Australien eignet.

Körperbau und Körperfunktionen

Dank ihren langen, spitzen mittleren Schwanzfedern erreichen die Spitzschwanzamadinen eine Gesamtlänge von etwa 16-17 cm. Das Gewicht liegt bei 11-17 g. Der Schnabel ist je nach Unterart gelb oder rot, die Iris ist braun, Läufe und Zehen sind fleischfarben. Dominierende Gefiederfarbe ist grau, auffällig sind Zügel, Kehlfleck, Gürtel und Schwanz, die schwarz sind. Die Geschlechter unterscheiden sich nur wenig, beim Hahn sind Kehllatz und Flankenbänder breiter [1; 3; 4; 5; 6].

Verbreitung

Australien: Im Norden der Bundesstaaten Westaustralien, Northern Territory und Queensland [2].

Lebensraum und Lebensweise

Die Spitzschwanzamadinen bewohnen Savannen, Steppen und Eukalyptuswälder der tropisch-subtropischen Zone und halten sich stehts nahe beim Wasser auf. Sie sind sehr sozial und sammeln sich zur Trockenzeit zu Schwärmen, die mehrere Tausend Vögel umfassen können. Spitzschwanzamadinen suchen ihre Nahrung meist am Boden. Sie ernähren sich überwiegend von Sämereien, während der Brutzeit auch von Insekten. Die Männchen vollziehen die so genannte Halmbalz, dabei hüpft das Männchen mit einem Grashalm im Schnabel vor dem Weibchen auf und ab. Die Paare halten ganz jährig fest zusammen. Die Vögel brüten in losen Kolonien in Baumgruppen, die Paare verhalten sich aber gegen einander recht aggressiv. Das Gelege besteht aus 4-6 Eiern, die Brutdauer beträgt 13-14, die Nestlingsdauer 20-22 Tage [1; 3; 4; 6].

Gefährdung und Schutz

Die Spitzschwanzamadine ist weit verbreitet und hat einen großen und vermutlich stabilen Bestand. Sie ist nicht gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN) [2].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art befindet sich laut IUCN im internationalen Tierhandel [1]. Allerdings ist die Ausfuhr aus Australien seit Jahrzehnten verboten.

Haltung

Spitzschwanzamadinen verhalten sich gegenüber Masken- (Poephila personata) und Gürtelamadinen (Poephila cincta) aggressiv, sind aber gegenüber anderen Prachtfinken oder anderen Vögeln wie z.B. Laufhühnchen oder Zwergwachteln friedlich [1].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 60 Zoos gezeigt, von denen sich etwa 40% im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt das Kleinvogel-Gutachten des BML von 1996 für ein Paar Spitzschwanzamadinen einen Käfig mit den Mindestmaßen 120x50x50 cm (LxBxH) vor.  Für jeweils 2-3 weitere Vögel ist die Grundfläche um 25% zu erweitern. Bei der Haltung in Außenvolieren muss ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 1 m² für bis zu 15 Vögel vorhanden sein.

Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2020) ist für ein Paar ein Käfig mit den Mindestmaßen 120x50x80 cm (LxBxH) erforderlich. Für jeweils 2 weitere Vögel ist die Grundfläche um 25% zu erweitern. Für die Schwarmhaltung sind Volieren notwendig. Bei der Haltung in Außenvolieren muss ein Schutzraum von mindestens 1 m² Grundfläche vorhanden sein.

Gemäß Schweizerischer Tierschutzverordnung (Stand 2020) ist für bis zu 4 Prachtfinken ein Käfig mit einer Grundfläche von 2'400 cm²und einer Höhe von 500 cm mit Badegelegenheit vorgeschrieben, für jedes weitere Tier ist die Fläche um 500 cm² zu erhöhen

Taxonomie und Nomenklatur

Die Spitzschwanzamadine wurde 1840 von dem englischen Ornithologen und Illustrator John GOULD als "Amadina acuticauda" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Poephila wurde 1842 ebenfalls von Gould für die Maskenamadine (P. personata) eingeführt. Es sind zwei Unterarten anerkannt: die Nominatform mit gelbem und die nach dem früheren Berliner Zoodirektor Ludwig HECK benannte Poephila acuticauda hecki mit rotem Schnabel[2].

Literatur und Internetquellen

  1. BIELFELD, H. (2008)
  2. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Poephila acuticauda. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22719688A94639419. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22719688A94639419.en . Downloaded on 31 January 2020.
  3. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  4. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  5. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  6. PRACHTFINKEN-LEXIKON

Zurück zu Übersicht Sperlingsvögel

Weiter zu Reisfink (Padda oryzivora)

Gelesen 1038 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 15 Oktober 2020 08:15