Prachtfinken und Finken

Roter Amarant

Roter oder Senegalamarant (Lagonosticta senegala) im Zoo Augsbzrg Roter oder Senegalamarant (Lagonosticta senegala) im Zoo Augsbzrg
© Ch. Überreiter / Zoo Augsburg

Ordnung: Sperlingsvögel (PASSERIFORMES)
Unterordnung: Singvögel (OSCINES)
Familie: Prachtfinken (Estrildidae)
Unterfamilie: Afrikanische Astrilde (Estrildinae)

D LC 650

Roter Amarant, Senegalamarant

Lagonosticta senegala • The Red-billed Firefinch • L'amarante du Sénégal

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Roter Amarant (Lagonosticta s. senegala) © Charles J. Sharp. Veröffnetlicht unter Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Roten Amaranten (Lagonosticta senegala). NB: die Verbreitungsangaben der einzelnen Quellen weichen sehr stark voneinander ab.

 

 

 

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Roter Amarant (Lagonosticta senegala ruberrima) in der Wilhelma Stuttgart © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Der Rote Amarant ist ein nicht gefährdeter Prachtfink, dessen Hähne attraktiv gefärbt sind und der sich daher im Prinzip als Botschafter für Natur- und Artenschutz in seinem weitläufigen afrikanischen Ursprungsgebiet eignet. Er wird in europ0äischen Zoos aber nur selten gezeigt.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Rote Amarant erreicht eine Gesamtlänge von 10 (9-11) cm und ein Gewicht von 7-12 g. Er hat einen roten Schnabel mit einem schwarzen Streifen auf dem Oberschnabelfirst, eine braune Iris und einen schmalen gelben oder weißen Augenring. Die Gefiederfärbung ist bei den beiden Geschlechtern unterschiedlich und variiert je nach Unterart. Die Hähne weisen an Kopf, Brust und Bauch unterschiedlich ausgedehnte Partien in verschiedenen Rottönen mit feiner weißer Tüpfelung auf. Die Enden der Schwanzfedern sind braunschwarz, das übrige Gefieder ist graubraun. Die Henne ist überwiegend graubraun mit rotem Bürzel und graubraunem Schwanzende [1; 3; 4, 5; 6].

Verbreitung

Afrika südlich der Sahara : Südliches Algerien, Angola, Äthiopien, Benin, Botsuana, Burkina Faso, Burundi, Dschibuti, Elfenbeinküste, Eritrea, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kenia, Kongo, Kongo Dem., Lesotho (Irrgäste), Liberia, Malawi, Mali, Mauretanien, Mosambik, Namibia, Niger, Nigeria, Ruanda, Sambia, Senegal, Sierra Leone, Simbabwe, Somalia, Südafrika, Süd-Sudan, Sudan, Swasiland, Tansania, Togo, Tschad, Uganda, Zentralafrikanische Republik [2].

Lebensraum und Lebensweise

Der Senegalamarant bewohnt Trockensavannen, Savannen Buschveld und Karoo, fehlt aber in der Kalahari. Er geht auch in Sekundärwälder und ins Siedlungsgebiet. In Südafrika ist er einer der häufigsten Gartenvögel. Die Nahrung besteht fast ausschließlich aus feinen Sämereien, die vom Boden aufgenommen werden [1; 3; 4].

Brutzeit ist im südlichen Afrika hauptsächlich von Dezember/Januar bis März/April, im tropischen Afrika kann während des ganzen Jahres gebrütet werden, außer während des Höhepunkts der Trockenzeit. Die Kugelnester werden aus Gras- und Strohhalmen gebaut und mit Federn ausgekleidet. Sie haben einen seitlichen Eingang, sie können sich in Bäumen, Büschen Reetdächern oder am Boden befinden. Das Gelege besteht aus 3-5 weißen Eiern, die während 11-12 Tagen bebrütet werden. Die Jungen fliegen mit 18-19 Tagen aus und werden danach noch während 10 Tagen gefüttert. Bereits mit 4 Monaten sind sie geschlechtsreif [3; 4; 5].

Der Senegalamarant ist ein Wirtsvogel des brutparasitierenden Atlasfinks (Vidua chalybeata) [4].

Gefährdung und Schutz

Die Größe der Gesamtpopulation ist nicht bekannt, aber der Rote Amarant ist in seinem außerordentlich weiten Verbreitungsgebiet zumindest gebietsweise häufig und der Gesamtbestand gilt als stabil. Er wird deshalb als nicht-gefährdet beurteilt (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Gebietsweise werden Vögel für den lokalen oder nationalen Heimtierhandel gefangen [2].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in weniger als 10 Zoos gezeigt, die sich überwiegend im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt das Kleinvogel-Gutachten des BML von 1996 für ein Paar Amaranten einen Käfig mit den Mindestmaßen 80x40x40 cm (LxBxH) vor. Für jeweils 2-3 weitere Vögel ist die Grundfläche um 25% zu erweitern. Bei der Haltung in Außenvolieren muss ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 1 m² für bis zu 30 / 15 Vögel vorhanden sein.

Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2022) ist für ein Paar Amaranten ein Käfig mit den Mindestmaßen 80x40x40 cm (LxBxH) erforderlich. Für jeweils 2 weitere Vögel ist die Grundfläche um 25% zu erweitern. Für die Schwarmhaltung sind Volieren erforderlich. Bei der Haltung in Außenvolieren muss ein Schutzraum von mindestens 1 m² Grundfläche vorhanden sein.

Gemäß Schweizerischer Tierschutzverordnung (Stand 1.2.2022) ist für bis zu 4 Prachtfinken ein Käfig mit einer Grundfläche von 2'400 cm²und einer Höhe von 500 cm mit Badegelegenheit vorgeschrieben, für jedes weitere Tier ist die Fläche um 500 cm² zu erhöhen

Taxonomie und Nomenklatur

Der Rote Amarant wurde 1766 von Carl von LINNÉ als "Fringilla senegala" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Lagonosticta wurde 1851 von Jean Louis CABANIS, dem Nachfolger von Martin Hinrich LICHTENSTEIN als Direktor des Berliner Museums für Naturkunde, eingeführt. Gegenwärtig werden sechs Unterarten des Senegalamaranten anerkannt [3].

Literatur und Internetquellen

  1. BIELFELD, H. (2008)
  2. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2018). Lagonosticta senegala. The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T22719440A132129091. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T22719440A132129091.en . Downloaded on 30 January 2020.
  3. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  4. GINN, P.J., McILLERON, W.G. & MILSTEIN, P. le S. (1999)
  5. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  6. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx