Madenhacker und Stare

Schmalschnabelstar

Schmalschnabelstar (Scissirostrum dubium) im Zoo Augsburg Schmalschnabelstar (Scissirostrum dubium) im Zoo Augsburg
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Sperlingsvögel (PASSERIFORMES)
Unterordnung: Singvögel (OSCINES)
Familie: Stare (Sturnidae)
Unterfamilie: Atzel (Graculinae)

D LC 650

Schmalschnabelstar

Scissirostrum dubium • The Grosbeak Starling • Le scissirostre des Célèbes

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Schmalschnabelstar (Scissirostrum dubium) im Rotterdamer Zoo © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Schmalschnabelstars (Scissirostrum dubium)

 

 

 

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Schmalschnabelstar (Scissirostrum dubium) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Der Schmalschnabelstar gilt nicht als gefährdet, auch wenn seine Bestände abnehmen. Er ist eher unauffällig und steht nicht im Vordergrund, wenn es darum geht, Botschafter für den Schutz der südostasiatischen Wälder und ihrer Bewohner zu finden, wofür z.B. 2011-2013 die Südost-Asien- und 2017-2019 die "Silent Forest"-Kampagne der EAZA geworben haben. In europäischen Zoos wird er daher nicht sehr häufig gezeigt.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Schmalschnabelstar erreicht eine Gesamtlänge von 20 (17-21) cm und ein Gewicht von ca. 50 g. Der eher kleine Star fällt durch seinen massiven, gelben Schnabel auf. Auch seine Läufe und Füße sind gelb. Das Gefieder ist schiefergrau. Am Bürzel und an den Flanken haben die Federn rote Spitzen [2; 3; 4].

Verbreitung

Südostasien: Indonesien (Celebes, Togian-Inseln, Peleng-Insel) [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Schmalschnabelstar ist ein Bewohner der Tieflandregenwälder Er ernährt sich von Früchten und Samen, namentlich Feigen (Ficus), Seidenbaum-Erbsen (Albizia) und Paprika ("Birdeye Chili", Capsicum frutescens), sowie von Insekten. Er baut seine Nester in Baumhöhlen, die er mit seinem kräftigen Schnabel in morsches Holz hackt. Er ist ein Koloniebrüter, in hohen, abgestorbenen Bäumen finden sich bisweilen über 100 Nisthöhlen. Das Gelege besteht aus 2 Eiern, die 13-14 Tage bebrütet werden. Die Jungen bleiben 21-23 Tage im Nest [2; 3; 4].

Gefährdung und Schutz

Der Schmalschnabelstar hat eine relativ große Verbreitung und ist zumindest gebietsweise häufig. Er gilt daher nicht als gefährdet, obwohl davon ausgegangen wird, dass die Bestände wegen Lebensraumverlusts abnehmen (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art befindet sich im internationalen Tierhandel [1].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in etwa einem Dutzend Zoos gezeigt, von denen sich ein paar im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Es gibt ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das vom Chester Zoo koordiniert wird.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland und der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für Stare.

Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2022) schreibt für ein Paar Schmalschnabelstare eine Voliere mit den Mindestmaßen 200x100x200 cm (LxBxH) vor. Für je 2 weitere Vögel außerhalb der Brutzeit ist die Fläche um 25% zu erweitern. Bei der Haltung in Außenvolieren muss ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 1 m² vorhanden sein. Die Vögel sind warm zu überwintern, wobei die Mindesttemperatur 15°C nicht unterschreiten darf. Den Tieren sind Biotopvoliere mit natürlicher Bepflanzung aus Sträuchern, Laubgehölzen und Koniferen einzurichten. Letzteres dürfte bei einer Grundfläche von 2 m² einigermaßen schwierig sein.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Schmalschnabelstar wurde 1801 vom britischen Arzt und Naturforscher John LATHAM als "Lanius dubius", als "zweifelhafter Würger" erstmals wissenschaftlich beschrieben. 1845 stellte ihn Baron Noël Frédéric Armand André de LA FRESNAYE, ein französischer Ornithologe und Besitzer einer der größten Vogelsammlungen seiner Zeit, in die neue Gattung Scissirostrum. Gattung und Art sind monotypisch [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2018). Scissirostrum dubium. The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T22711001A132091764. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T22711001A132091764.en . Downloaded on 24 January 2020.
  2. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  3. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  4. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)

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Gelesen 7886 mal Letzte Änderung am Sonntag, 27 März 2022 14:22
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx