Warane

Mindanao-Bindenwaran

Mindanao-Waran (Varanus (salvator) cumingi) im Zoo Basel Mindanao-Waran (Varanus (salvator) cumingi) im Zoo Basel
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Echsen (SAURIA)
Zwischenordnung: Waranartige (Platynota)
Familie: Warane (Varanidae)

D LC 650

Mindanao-Bindenwaran

Varanus (Soterosaurus) cumingi (V. s. cumingi) • The Mindanao Water Monitor • Le varan à deux bandes de Mindanao

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Mindanao-Waran (Varanus (salvator) cumingi) im Breslauer Zoo © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Approximative Verbreitung des Mindanao-Warans (Varanus (salvator) cumingi)

 

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Mindanao-Waran (Varanus (salvator) cumingi) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Mindanao-Bindenwaran (Varanus cumimngi) im Kölner Zoo © Thomas Ziegler, Kölner Zoo

 

 

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Varanus cumingi ist ein vergleichsweise kleiner Bindenwaran nit auffällig viel Gelb in der Färbung. In europäischen Zoos ist er eher selten anzutreffen.

Körperbau und Körperfunktionen

Mindanao-Warane erreichen eine Gesamtlänge von etwa 150-180 cm, wovon etwa 60-80 cm auf Kopf und Rumpf entfallen. Auffällig gegenüber anderen Bindenwaranen ist der hohe Anteil von Gelb in der Färbung [3].

Verbreitung

Südostasien: Philippinen (Mindanao, Basilan, Bohol, Cebu, Leyte, Samar) [4; 7].

Lebensraum und Lebensweise

Bevorzugter Lebensraum sind Mangrovenwälder, es werden aber auch andere Waldtypen und vom Menschen modifizierte Habitate besiedelt [7].

Gefährdung und Schutz

Wegen seiner weiten Verbreitung seiner Habitat-Toleranz und seinem Vorkommen in verschiedenen Reservaten wurde der Mindanao Bindenwaran 2009 trotz abnehmender Bestände nicht als gefährdet eingestuft [7].

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Von 1981-2014 meldeten die Philippinen die Ausfuhr von rund 180'000 Häuten. Im selben Zeitraum wurden nur 8 lebende Tiere exportiert. Von 1996-2015 wurden außerhalb der Philippinen rund 60 Nachzuchttiere international verschoben [2].

Haltung

Der Zoo Frankfurt hat diese Art 1994 weltweit erstmals erfolgreich gezüchtet [6; 9]. Zur Zucht werden zwei Terrarien benötigt, da eine dauerhafte Paarhaltung kaum möglich ist. Nach erfolgreicher Paarung sind die Tiere wieder zu trennen. Etwa sechs Wochen nach der Paarung legt das Weibchen etwa 15, rund 50 Gramm schwere Eier, aus denen bei einer Umgebungstemperatur von 28.5°C nach rund 213 Tagen die etwa 30 Gramm schweren Jungen schlüpfen. Diese werden anfänglich mit Grillen, Heuschrecken und anderen Insekten gefüttert. Wenn sie eine gewisse Größe erreicht haben wird auf Wirbeltiere, wie Mäuse, Ratten, Eintagsküken und Fische umgestellt. Ansonsten siehe Bindenwaran [3;4].

Der Mindanao-Bindenwaran fält möglicherweise unter die "Gefahrtiere" (KRL 80 cm!), deren Haltung in manchen deutschen Bundesländern unter sicherheitspolizeilichen Aspekten eingeschränkt oder geregelt ist.

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in gegen 20 Einrichtungen gehalten, darunter in einigen im deutschsprachigen Raum. Für Details siehe Zootierliste. 

Mindestanforderungen an Gehege (für V. salvator): Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für ein Paar mindestens 5x so lang und 2x so breit sein wie die Kopf-Rumpflänge der Tiere. Dies entspricht für Adulte einer Grundfläche von etwa 5 m². Die Höhe soll das Doppelte der Kopf-Rumpflänge betragen. Für jedes weitere Tier kommen 15% zur Basisfläche dazu. Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 1.2.2022) schreibt für 1-2 Tiere ein Gehege vor, mit einem Landteil, der dem 5x3-fachen, und einem Wasserteil, der dem 2x2-fachen der Kopf-Rumpflänge entspricht. Für jedes weitere Tier kommt das 2x2-fache der Kopf-Rumpflänge zur Landfläche und das 1x1-fache zur Wasserfläche dazu. Die Höhe des Behälters muss dem Doppelten, die Beckentiefe der Hälfte der Kopf-Rumpflänge entsprechen. In der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2022) ist die Art nicht erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Mindanao-Waran galt bis 2007 als eine Unterart des Bindenwarans, der nach Komodo- und Papuawaran drittgrößten Waranart. Er wird seitdem aber als eigene Art geführt [5; 8].

Literatur und Internetquellen

  1. CITES IDENTIFICATION MANUAL
  2. CITES TRADE DATA BASE
  3. EIDENMÜLLER, B. (2009)
  4. EIDENMÜLLER, B. & PHILIPPEN, H.-D. (2008)
  5. KOCH, A., AULYIA, A. M., SCHMITZ, A., KUCH, U. & BÖHME, W. (2007)
  6. SCHÜRER, U. (2012)
  7. SY, E., DIESMOS, A., JAKOSALEM, P.G., GONZALEZ, J.C., PAGUNTALAN, L.M., DEMEGILLO, A., CUSTODIO, C., DELIMA, E., TAMPOS, G., GAULKE, M. & JOSE, R. 2009. Varanus cumingi. The IUCN Red List of Threatened Species 2009: e.T169897A6687602. http://www.iucnredlist.org/details/169897/0. Downloaded on 11 July 2017.
  8. THE REPTILE DATA BASE
  9. VOGEL, P. (1994)

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Gelesen 11275 mal Letzte Änderung am Samstag, 12 März 2022 16:21
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx