Leguane

Yarrows Stachelleguan

Yarrows Stachelleguan (Sceloporus jarrovi) im Kölner Zoo Yarrows Stachelleguan (Sceloporus jarrovi) im Kölner Zoo
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Echsen (SAURIA)
Zwischenordnung: Leguanartige (Iguania)
(Über-)Familie: Leguane (Iguanidae)
(Unter-)Familie: Stachelleguan-Verwandte (Phrynosomatidae)

D LC 650

Yarrows Stachelleguan

Sceloporus jarrovii • The Mountain Spiny Lizard • Le scélopore de Yarrow

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Yarrows Stachelleguan (Sceloporus jarrovi) im Kölner Zoo © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Yarrows Stachelleguans (Sceloporus jarrovii)

 

 

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Der Yarrows Stachelleguan ist eine nicht-gefährdete, für die Trockengebiete des südwestlichen Nordamerikas typische Echse. In europäischen Zoos ist er nur ausnahmsweise zu sehen. Zoos, die sich in ihrem Terrarium seines Lebensraum annehmen, zeigen eher andere Leguan-Arten oder, häufiger, die für das Publikum interessanteren Krustenechsen oder Klapperschlangen.

Körperbau und Körperfunktionen

Die Männchen von jarrovii erreichen eine Kopf-Rumpflänge von knapp 10 cm und eine Gesamtlänge von 23 cm. Die Weibchen bleiben etwas kleiner. Kennzeichen von Yarrows Stachelleguan sind, dass die Rückenschuppen ein helles Zentrum haben, wodurch die Tiere meist hell gesprenkelt erscheinen, dass das dunkle Halsband eine schmale, helle Begrenzung hat, helle Nackenflecken fehlen und der Schwanz nur undeutlich gebändert ist [2].

Verbreitung

Nordamerika: Mexiko, USA (nur Arizona und New Mexico) [1].

Lebensraum und Lebensweise

Die Tiere leben im Gebirge in Höhenlagen von 1'370-3'350 m. Sie sind tagaktive Felsenbewohner, die gelegentlich auch auf Bäume klettern und die sich hauptsächlich von Insekten ernähren. Sie machen eine Winterruhe von  etwa 3 Monaten. Sie sind ovovivipar. die jeweils 2-13 Jungtiere werden im Mai-Juni geboren [1; 2; 3].

Gefährdung und Schutz

Der Yarrow-Stachelleguan gilt aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2000 nicht als gefährdet, da er ein relativ großes Verbreitungsgebiet und eine große, stabile Gesamtpopulation hat. Der globale Gesamtbestand ist zwar nicht bekannt, aber es existieren wahrscheinlich mehr als 100,000 erwachsene Tiere [1].

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art ist anscheinend nicht regelmäßig im Heimtierhandel.

Haltung

Für die Haltung eines Paars wird ein Trockenterrarium von mindestens 100x60x100 cm (LxBxH) empfohlen. Das Terrarium sollte mit Wärme- und UV-Strahlern ausgestattet und mit Wurzeln, Kletterästen, Kakteenskeletten und Steinaufbauten, die von den Tieren gerne als Ruheplätze und Verstecke angenommen werden, sowie einer flachen Wasserschale eingerichtet sein. Zur Vergrößerung des Aktionsraums sollten die Rück- und Seitenwände unbedingt mit Felsaufbauten oder Kunstfelsen mit Spalten und Vorsprüngen verkleidet werden. Als stets etwas feucht zu haltendes Bodensubstrat eignen sich Sand oder ein Sand-Lehm-Gemisch. Eine Bepflanzung mit Sukkulenten oder anderen Xerophyten ist unproblematisch. Die Lufttemperatur soll tagsüber zwischen 28–32°C, lokal bis 40°C betragen und nachts auf 15-20°C zurückgefahren werden. Die relative Luftfeuchtigkeit soll tags bei 50-60% liegen und nachts auf 70-80% ansteigen. Das Einschalten einer Winterruhe bei 4-12°C während etwa 3 Monaten ist empfehlenswert [2; 3].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur ganz ausnahmsweise gezeigt Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für ein Paar mindestens 5x so lang und 4x so breit sein wie die Kopf-Rumpflänge der Tiere. Die Höhe soll das 6-fache der Kopf-Rumpflänge betragen. Für jedes weitere Tier kommen 15% zur Basisfläche dazu. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) und der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) ist die Art nicht erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Yarrow-Stachelleguan wurde 1875 von dem amerikanischen Zoologen Edward Drinker COPE unter seinem heute noch gültigen Namen beschrieben [4].

Literatur und Internetquellen

  1. HAMMERSON, G.A., VAZQUEZ DÍAZ, J. & QUINTERO DÍAZ, G.E. (2007). Sceloporus jarrovi. The IUCN Red List of Threatened Species 2007: e.T64116A12745692. http://www.iucnredlist.org/details/64116/0. Downloaded on 02 September 2017.
  2. KÖHLER, G. & HEIMES, P. (2002)
  3. SCELOPORUS.DE 
  4. THE REPTILE DATA BASE

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Gelesen 1230 mal Letzte Änderung am Dienstag, 14 Mai 2019 10:19
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx