Leguane

Stachel-Chuckwalla

Stachel-Chuckwalla (Sauromalus hispidus) im Tiergarten Straubing Stachel-Chuckwalla (Sauromalus hispidus) im Tiergarten Straubing
Wolfgang Peter, TG Straubing

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Echsen (SAURIA)
Zwischenordnung: Leguanartige (Iguania)
(Über-)Familie: Leguane (Iguanidae)
(Unter-)Familie: 

D NT 650

Stachel-Chuckwalla

Sauromalus hispidus • The Spiny Chuckwalla • Le chuckwalla épineux

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Stachel-Chuckwalla (Sauromalus hispidus) im Tiergarten Straubing © Wolfgang Peter, TG Straubing

 

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Verbreitung des Stachel-Chuckwallas (Sauromalus hispidus)

 

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Stachel-Chuckwalla (Sauromalus hispidus) im Blijdorp Zoo, Rotterdam © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Stachel-Chuckwallas (Sauromalus hispidus) im Blijdorp Zoo, Rotterdam © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Die auch Stacheliger Riesen-Chuckwalla genannte Art ist die zweitgrößte ihrer Gattung. Sie ist in ihrem Ursprungsgebiet potenziell gefährdet und in europäischen Zoos nur selten zu sehen.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Stachel-Chuckwalla erreicht eine maximale Kopf-Rumpflänge von 31 cm, eine Gesamtlänge von über 60 cm und ein Gewicht von etwa 1 kg. Die Schuppen in der Nackenregion sind stark gekielt und größer als alle Kopfschilde. Auch die Gliedmaßen und der Schwanz sind auf der Oberseite mit sehr großen, stark gekielten Schuppen besetzt. Die Schuppen der Rückenmitte sind gekielt. Es ist eine mit größeren Schuppen besetzte Lateralfalte vorhanden. Die Grundfärbung adulter Tiere ist ein einheitliches Dunkelbraun, Dunkelgrau oder Schwarz. Die Bauchseite ist variabel hellgrau bis schwarz marmoriert. Die Tiere verfügen über einen geringen physiologischen Farbwechsel, bei dem die Grundfärbung aufhellt. Jungtiere zeigen eine abweichende Jugendfärbung [3; 6].

Verbreitung

Mexiko: Inseln im nordwestlichen Golf von Kalifornien (Angel de La Guarda, Graníto, Mejfa, Pond, San Lorenzo Norte, San Lorenzo Sur) sowie kleinere Eilande in der Bahfa de Los Angeles (Cabeza de Caballo, La Ventana, Piojo, Flecha, Mitlan und Coronado) mit einer Gesamtfläche von 1'200 km² [4].

Lebensraum und Lebensweise

Das Verbreitungsgebiet des Stachel-Chuckwallas zeichet sich durch ein extrem niederschlagsarmes Klima aus. Die Winter sind kühl-gemäßigt, die Sommer heiß. Die Vegetation wird von xerophilen Pflanzen, wie den großen Kandelaberkakteen und Kreosotbüschen (Larrea tridentata) dominiert [5]. Die Art ist tagaktiv, die Tiere übernachten oft über längere Zeit im selben Bau oder in derselben Felsspalte. Während Trockenperioden reduzieren sie ihre Aktivität und damit ihren Wasserverbrauch. Riesen-Chuckwallas klettern öfter auf Bäume als die anderen Sauromalus-Arten. Sie fressen hauptsächlich Blätter, Sprossen, Blüten, Früchte und Gräser, nehmen aber auch Insekten und Aas [1; 4].

Gefährdung und Schutz

Der Riesen-Chuckwalla gilt nach einer Beurteilung aus dem Jahr 2010 als potenziell gefährdet, da wahrscheinlich weniger als 10'000 erwachsene Tiere existieren. Das Ausbleiben von Niederschlag hat einen Einfluss auf den Gesamtbestand. Obwohl diese Echse sehr gut an trockene Lebensräume angepasst ist, sinken die Bestandszahlen im Laufe von langen Trockenperioden. Eine potenzielle Gefahr besteht auch durch den Fang für den Tierhandel und durch Krankheiten. Allerdings ist nicht sicher, ob dies einen Einfluss auf die Bestände hat [4].

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt

Bedeutung für den Menschen

Der Stachelleguan wurde von den in Niederkalifornien heimischen Indianern gefangen und gegessen und vermutlich wurden gefangene Tiere auf andere Inseln gebracht und dort als Nahrungsreserve ausgesetzt. Auch heute noch verzehrt die lokale Bevölkerung Stachelleguane und dem aus ihnen gewonnen Öl werdende heilende Eigenschaften zugeschrieben [4].

Haltung

In Analogie zum Chuckwalla [2] kann man für die Haltung eines Paars Stachelchuckwallas ein Trockenterrarium von mindestens 240x90x90 cm (LxBxH) empfehlen. Die europäische Erstzucht wurde 2001 in einem Terrarium von 150x200x200 cm möglich. Im entsprechenden Zuchtbericht finden sich weitere Angaben zu den Haltungsbedingungen [6].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in nur ganz wenigen Institutionen gezeigt. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für ein Paar mindestens  eine Grundfläche haben, die dem 5x4-fachen der Kopf-Rumpflänge entspricht, wenn die Höhe das Dreifache beträgt. Alternativ kann die Grundfläche das 5x3-fache und die Höhe das 4-fache der Kopf-Rumpflänge messen. Für jedes weitere Tier kommen 15% zur Basisfläche dazu. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) und der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) ist die Art nicht erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Stachel-Chuckwalla wurde 1891 von dem aus Norwegen stammenden und an der Smithsonian Institution in Washington DC wirkenden Herpetologen Leonhard Hess STEJNEGER unter seinem heute noch gültigen Namen beschrieben. Es gibt keine Unterarten [5].

Literatur und Internetquellen

  1. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  2. JES, H. (2008)
  3. MEIRI, S. (2008)
  4. MONTGOMERY, C.E. & MAYER, G.C. (2010). Sauromalus hispidus. The IUCN Red List of Threatened Species 2010: e.T174482A7078617. http://www.iucnredlist.org/details/174482/0. Downloaded on 02 September 2017.
  5. THE REPTILE DATA BASE
  6. WERNING, H. (2002)

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Gelesen 1144 mal Letzte Änderung am Dienstag, 14 Mai 2019 09:44
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