Agamen

Sinai-Agame

Sinaiagame (Pseudotrapelus sinaitus) im Tiergarten Schönbrunn Sinaiagame (Pseudotrapelus sinaitus) im Tiergarten Schönbrunn
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Echsen (SAURIA)
Zwischenordnung: Leguanartige (Iguania)
Familie: Agamen (Agamidae)
Unterfamilie:  Agaminae

D NB 650

Sinaiagame

Pseudotrapelus sinaitus • The Sinai Agama • L'agame du Sinaï

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Sinaiagame (Pseudotrapelus sinaitus) im Tiergarten Schönbrunn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Approximative Verbreitung der Sinai-Agame (Pseudotrapelus sinaitus)

 

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Sinaiagame (Pseudotrapelus sinaitus), Männchen im Prachtkleid. Freilandaufnahme aus Oman von Todd Pierson (2011), CalPhotos. Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 (CC BY-NC-SA 3.0) license.

 

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Illustration der Originalbeschreibung in RÜPPELL (1827)

 

 

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Entgegen ihrem Namen ist die Sinaiagame nicht auf die Sinai-Halbinsel beschränkt, sondern in Nordostafrika und Arabien relativ weit verbreitet. In europäischen Zoos wird sie nur ausnahmsweise gezeigt.

Körperbau und Körperfunktionen

Die Sinaiagame wird bis 25 cm lang, wovon etwa 2/3 auf den Schwanz fallen. Beine und Schwanz sind lang und dünn. Im Gegensatz zu den Arten der Gattung Agama ist nicht die 4. Zehe, sondern die dritte am längsten. Während der Paarungszeit bekommen die Männchen ein auffälliges, blaues Prachtkleid mit einer weißen Linie auf dem Rücken, teilweise ziegelrotem Schwanz und weißem Bauch. Die Weibchen sind dann grau mit bläulichem Kopf und ziegelroten Bändern auf dem Rücken. Während der übrigen Zeit sind die Tiere unauffällig blass-grau [1].

Verbreitung

Nord-Ostafrika und Arabische Halbinsel: Ägypten, Äthiopien, Dschibuti, Eritrea, Israel, (Jemen?), Jordanien, Libyen, Oman, Saudi-Arabien, Sudan, Syrien, Vereinigte Arabische Emirate [1; 3].

Lebensraum und Lebensweise

Die Sinaiagame besiedelt sehr trockene, felsige Lebensräume in der Hügel- und montanen Zone. Sie ist tagaktiv und dank ihrer langen Beine sehr flink. Sie ernährt sich hauptsächlich von Insekten und anderen Arthropoden, nimmt aber auch Pflanzenmaterial zu sich. Männchen sind territorial [1].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der für Agamen revisionsbedürftigen Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist nach CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Sinaiagamen sind nicht regelmäßig im Heimtierhandel anzutreffen. In den USA wurden sie für 16 USD / Adulttier angeboten.

Haltung

Hinsichtlich Raumbedarf kann man sich an den Empfehlungen für den Hardun orientieren. Entsprechend den klimatischen Bedingungen im Ursprungsgebiet dürften hohe Tagestemperaturen mit einer deutlichen nächtlichen Absenkung angezeigt sein. Es ist davon auszugehen, dass in einem Behälter, der nur den Mindestanforderungen des BMELF-Gutachtens entspricht (ca. 40x32x24 cm für ein Paar Adulttiere) kein den Tieren angemessenes Klima erreicht werden kann.

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird gegenwärtig (2017) in keiner europäischen Einrichtung gezeigt. Siehe Zootierliste

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für ein Paar mindestens 5x so lang und 4x so breit sein wie die Kopf-Rumpflänge der Tiere. Die Höhe soll das Dreifache der Kopf-Rumpflänge betragen. Für jedes weitere Tier kommen 15% zur Basisfläche dazu. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) und der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) ist die Art nicht erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

1827 beschrieb Carl Heinrich Georg von HEYDEN im Atlas der Reise im nördlichen Afrika von Eduard RÜPPELL die Agama sinaita auf's Genaueste, wobei er sich u.a. akribisch zur "Farbe des lebenden Thieres", dessen "Vaterland" er als "Vom Sinai" angab, ebenso wie zur "Farbe im Weingeist" äußerte. Mit seiner Zuordnung zu Agama war er vorsichtig, weil "die vor dem After liegenden 6 Schildchen, vereinigt mit andern Eigenthümlichkeiten, vielleicht zur Bildung einer neuen Gattung geeignete Merkmale abgeben könnten." zu Trapelus mochte er sie nicht stellen, weil ihm die Beschreibung dieser Gattung durch CUVIER zu dürftig erschien. Es dauerte dann 169 Jahre, bis die Taxonomen sich entschlossen, für die Art eine neue Gattung, Pseudotrapelus, zu kreieren [2; 3].

Literatur und Internetquellen

  1. ENCYCLOPEDIA OF LIFE
  2. RÜPPELL, E. (1827)
  3. THE REPTILE DATA BASE

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