Vipern

Palästinaviper

Palästina-Viper (Vipera (= Daboia) palaestinae) im Zoo Basel Palästina-Viper (Vipera (= Daboia) palaestinae) im Zoo Basel
Thomas Jermann, Basel

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Schlangen (SERPENTES)
Überfamilie: Nattern- und Vipernartige (Colubroidea oder Xenophidia)
Familie: Vipern (Viperidae)
Unterfamilie: Echte Vipern (Viperinae)

D LC 650

Palästina-Viper

Daboia palaestinae • The Palestine Viper • La vipère de Palestine

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Palästinaviper (Daboia palaestinae) in Israel © whoisguy@gmail.com. Veröffentlicht unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 UnportedLizenz

 

 

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Approximative Verbreitung der Palästinaviper (Daboia palaestinae)

 

 

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Palästinaviper (Daboia palaestinae) im Educational Zoo, Haifa © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Palästinaviper (Daboia palaestinae) im Biblischen Zoo, Jerusalem © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Palästinaviper (Daboia palaestinae) im Hai Park, Kiryat Motzkin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Palästinaviper (Daboia palaestinae) im Zoologisch-Botanischen Garten Nahariya © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Die Palästinaviper ist eine nicht gefährdeten, mittelgroße Giftschlange mit einer beschränkten Verbreitung im Nahen Osten. In europäischen Zoos ist sie selten, in jenen Israels häufig zu sehen.

Körperbau und Körperfunktionen

Die Palästinaviper erreicht eine Länge von 1 bis gegen 1.3 m, ist also eine große Viper, die einen großen, dreieckigen Kopf und einen massigen, gedrungenen Körper hat. Die Nasenlöcher sind groß und liegen in einer Vertiefung des Nasenbeins. Die Schuppen der Kopfoberseite, der Kopfseiten und des Rückens sind stark gekielt. Die Grundfarbe ist meist grau- bis gelbbraun mit dunkeln Flecken auf dem Rücken, die oft zu einem Zickzack- oder Rautenband zusammenfliessen. Typisch ist die V-förmige Kopfzeichnung [1; 2].

Verbreitung

Naher Osten: Israel, Jordanien, Libanon, Palästina, Syrien [1; 2].

Lebensraum und Lebensweise

Die Palästina-Viper ist überwiegend nachtaktiv. Sie ist ein Kulturfolger und bevorzugt relativ feuchte Lebensräume. Sie jagt zur Hauptsache Vögel, nimmt aber auch Kleinsäuger. Die Art ist ovipar. Ein Gelege besteht aus bis zu 20 Eiern, die Jungen schlüpfen nach etwa zwei Monaten [1].

Gefährdung und Schutz

Die Palästinaviper ist relativ weit verbreitet. Über ihre Bestände ist wenig bekannt, aber die Art wird aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2008 als nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN) betrachtet [2].

Die Art fällt seit dem 04.05.2023 unter CITES-Anhang III (Israel).

Bedeutung für den Menschen

Die Palästina-Viper produziert große Mengen Gift und gehört mit der Sandrasselotter (Echis carinatus) und der Kettenviper (Vipera = Daboia russelli) zu den drei gefährlichsten Giftschlangen des Nahen Ostens. Dies umso mehr, als sie ein Kulturfolger ist und in Siedlungen auf Jagd nach Mäusen und Ratten geht [1]. Palästina-Vipern werden hauptsächlich für die Zwecke der Serum-Produktion gefangen [2].

Haltung

Vipern gehören zu den "Gefahrtieren", deren Haltung in manchen deutschen Bundesländern unter sicherheitspolizeilichen Aspekten eingeschränkt oder geregelt ist. Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) und der Verband Deutscher Verein für Aquarien- und Terrarienkunde (DVA) haben zu dieser Thematik einen Leitfaden herausgegeben [5].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur noch ganz selten gezeigt. In Israel hat es dagegen mehrere Haltungen. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für zwei etwa gleich lange Tiere mindestens 1.25x so lang und 0.75x so breit sein wie die Gesamtlänge eines Tieres. Die Höhe soll die Hälfte der Gesamtlänge betragen. Für jedes weitere Tier ist das Terrarienvolumen unter Beibehaltung der Proportionen um 20% zu erhöhen. Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 01.06.2022) schreibt für 1-2 Tiere ein Gehege vor, dessen Grundfläche dem 1.0x0.5-fachen und dessen Höhe der Hälfte der Gesamtlänge eines Tiers entsprechen. In der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2023) ist die Art nicht erwähnt. Es gelten die allgemeinen Bestimmungen für die Haltung von Schlangen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Palästinaviper wurde 1938 von dem Wiener Zoologen Franz WERNER (1867-1939) als "Vipera palaestinae" beschrieben. Der Gattungsname Daboia wurde bereits 1983 vom Dresdener Herpetologen Fritz OBST für palaestinae verwendet, hat sich aber erst nach etlichen Wirren nach der Jahrtausendwende durchgesetzt [2; 4].

Literatur und Internetquellen

  1. BRODMANN, P. (1987)
  2. HRAOUI-BBLOQUET, S., SADEK, R. & WERNER, Y. (2009). Daboia palaestinae. The IUCN Red List of Threatened Species 2009: e.T61495A12482149. http://www.iucnredlist.org/details/61495/0. Downloaded on 15 October 2017.
  3. MEHRTENS, J. M. (1993)
  4. THE REPTILE DATA BASE
  5. DGHT/DVA (Hrsg. 2014)

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Gelesen 23424 mal Letzte Änderung am Sonntag, 24 September 2023 13:39
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx