Wassernattern

Strumpfbandnatter

Strumpfbandnatter (Thamnophis sirtalis tetrataenia) Strumpfbandnatter (Thamnophis sirtalis tetrataenia)
Sheila Larsen, US Fish and Wildlife Service (Public Domain)

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Schlangen (SERPENTES)
Überfamilie: Nattern- und Vipernartige (Colubroidea oder Xenophidia)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Wassernattern (Natricinae)

D LC 650

EEPGewöhnliche Strumpfbandnatter

Thamnophis sirtalis • The Common Garter Snake • Le serpent-jarrettière

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Strumpfbandnatter (Thamnophis sirtalis tetrataenia) im Kölner Zoo © Thomas Ziegler, Kölner Zoo

 

 

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Approximative Verbreitung der Strumpfbandnatter (Thamnophis sirtalis)

 

 

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Strumpfbandnatter (Thamnophis sirtalis tetrataenia) in ihrem natürlichen Lebensraum im Gatineau Park, Ontario © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Strumpfbandnatter (Thamnophis sirtalis tetrataenia) im Kölner Zoo © Thomas Ziegler, Kölner Zoo

 

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Die Gewöhnliche Strumpfbandnatter ist eine kleinere Natter, die in ihrer nordamerikanischen Heimat die am weitesten verbreitete und häufigste ungiftige Schlange ist.

Körperbau und Körperfunktionen

Bei der Gewöhnlichen Strumpfbandnatter werden die Männchen 50-60, die Weibchen 80-100(-130) cm lang. Der kleine, relativ schmale Kopf ist deutlich vom Hals abgesetzt. Die Augen haben große, runde Pupillen. Der Schwanz ist nicht sehr lang und spitz auslaufend. Die Färbung, insbesondere auch des Kopfes ist sehr variabel. Die braune, olivbraune oder schwarze Grundfarbe der Körperoberseite wird von drei hellen Längsstreifen unterbrochen [4; 5].

Verbreitung

Nordamerika: In etwa einem Dutzend Unterarten weit verbreitet in Kanada und den USA, marginale Verbreitung in Nordmexiko. Thamnophis sirtalis ist die am weitesten verbreitete Art ihrer Gattung [6].

Lebensraum und Lebensweise

Das Vorkommen der Gewöhnlichen Strumpfbandnatter reicht von der Küste bis auf eine Höhenlage von 2400 m. Sie ist lebendgebärend bzw. ovovivipar, d.h. die Eihüllen werden von den Jungtieren unmittelbar nach der Geburt durchstoßen. Ein Wurf kann über 80 von 13-23 cm lange Jungschlangen umfassen, die innerhalb von zwei Jahren zur Geschlechtsreife heranwachsen. Die Art ist tagaktiv, kann aber bei großer Hitze ihre Aktivität auf die Nacht verlegen. Schlangen der südlichen Populationen sind meist das ganze Jahr aktiv, jene der nördlichen Vorkommen überwintern oft in großer Zahl in Gemeinschaftsquartieren und bilden eine Touristenattraktion, wenn sie diese im Frühjahr verlassen um sich gleich danach zu paaren [2; 3].

Gefährdung und Schutz

Die Art hat eine außerordentlich weite Verbreitung und einen Bestand von wahrscheinlich über einer Million Adulttieren. Sie gilt daher nach einer Beurteilung aus dem Jahr 2007 nicht als gefährdet [1].

Der internationale Handel ist nicht unter CITES geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art befindet sich im Heimtierhandel.

Haltung

Die gewöhnliche Strumpfbandnatter ist problemlos zu halten und leicht zu züchten. Sie gilt daher als Anfängerschlange für Hobby-Terrarianer. Es wird empfohlen, Strumpfbandnattern in einem geräumigen, mit einer lokalen Bodenheizung, Wärme- und UV-Strahler ausgestatteten Aquaterrarium zu halten. Als Bodengrund für den Landteil eignet sich ein trocken zu haltendes Walderde-Sand-Gemisch, für den Wasserteil Kies. Das Ufer soll mit Wurzelstücken oder bemoosten Steinplatten befestigt werden und es soll in das Wasser ragendes Geäst vorhanden sein. Auf dem Landteil soll es Kletteräste und Wurzelstücke oder Schlupfkästchen als Verstecke haben. Eine Bepflanzung ist wegen des geringen Körpergewichts der Schlangen problemlos. Die Lufttemperatur soll tagsüber 20-25ºC, lokal bis 35ºC betragen und nachts um einige Grade abkühlen. Eine Überwinterung während 2-4 Monaten bei 4-8ºC ist angezeigt [4; 7].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund zwei Dutzend Institutionen gezeigt, von denen sich über ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste. Am häufigsten ist die Unterart tetrataenia, für die es ein Europäisches Zuchtbuch (ESB, ursprünglich EEP, seit 2005) gibt.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für zwei etwa gleich große Tiere mindestens 1.25x so lang und 0.5x so breit sein wie die Gesamtlänge eines Tieres. Die Höhe soll der halben Gesamtlänge entsprechen. Für jedes weitere Tier ist das Terrarienvolumen unter Beibehaltung der Proportionen um 20% zu erhöhen. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) ist die Art nicht erwähnt. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) verlangt für 1-2 erwachsene Tiere eine Grundfläche von 0.5 m² bei einer Höhe von 40 cm. Für jedes weitere Adulttier ist die Grundfläche um 0.2 m² zu erhöhen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1758 von Carl von LINNÉ als "Coluber Sirtalis" beschrieben. Nebst der Gattungsbezeichnung Thamnophis, die im späten 19. Jahrhundert auftaucht, waren lange noch andere Gattungsnamen gebräuchlich [6].

Literatur und Internetquellen

  1. FROST, D.R., HAMMERSON, G.A. & SANTOS-BARRERA, G. 2015. Thamnophis sirtalis. The IUCN Red List of Threatened Species 2015: e.T62240A68308267. http://www.iucnredlist.org/details/62240/0. Downloaded on 14 October 2017.
  2. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  3. MEHRTENS, J. M. (1993)
  4. NIETZKE, G. (1969)
  5. O'SHEA, M. & HALLIDAY, T. (2002)
  6. THE REPTILE DATA BASE
  7. TRUTNAU, L. (2002) 

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Gelesen 10849 mal Letzte Änderung am Freitag, 16 Oktober 2020 15:17
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx