Land-, Baum- und Trugnattern

Mexikanische Königsnatter

Durango-Königsnatter Lampropeltis mexicana greeri) im Zoo Augsburg Durango-Königsnatter Lampropeltis mexicana greeri) im Zoo Augsburg
© Zoo Augsburg

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Schlangen (SERPENTES)
Überfamilie: Nattern- und Vipernartige (Colubroidea oder Xenophidia)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Land- und Baumnattern (Colubrinae)

D LC 650

Mexikanische Königsnatter

Lampropeltis mexicana s.l. • The Mexican Kingsnake • Le serpent-roi de San Luis

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Durango-Königsnatter (Lampropeltis mexicana greeri) in Privathaltung © Petr Brož, unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported-Lizenz

 

 

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Approximative Verbreitunng der Mexikanischen Königsnatter (Lampropeltis mexicana)

 

 

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Durango-Königsnatter (Lampropeltis mexicana greeri) in Privathaltung © Petr Brož, unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported-Lizenz

 

 

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Durango-Bergkönigsnatter Lampropeltis mexicana greeri) im Zoo Augsburg © Zoo Augsburg

 

 

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Mexikanische Königsnatter (Lampropeltis mexicana) im Reptilienhaus Oberammergau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Die giftigen Korallenottern, hier Micruroides e. euryxanthus werden oft mit harmlosen Königsnattern verwechselt. Bild: Jeff Survoss, USFWS, Public Domain.

 

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Die Mexikanische Königsnatter ist eine mittelgroße Natter, die wie alle Vertreter ihrer Gattung äußerst attraktiv gefärbt ist. In europäischen Zoos werden etwa acht Lampropeltis-Arten in zahlreichen Unterarten gehalten. Da aber abgesehen von spezialisierten Reptilienparks die Zoos in der Regel nur eine Art zeigen, ist die Zahl der Einrichtungen wo mexicana zu sehen ist, nur mäßig groß.

Körperbau und Körperfunktionen

Die Mexikanische Königsnatter kann eine Länge von gut einem Meter erreichen. Der Kopf ist nur wenig vom Hals abgesetzt. Das Auge ist groß mit runder Pupille. Es werden drei Unterarten differenziert, wobei zahlreiche Varietäten hinsichtlich Zeichnungsmuster und Färbung vorkommen, einschließlich melanistischer und albinotischer Exemplare. Unterschiedlichen Formen können bei Schlangen vorkommen, die aus demselben Gelege stammen [1; 3].

Verbreitung

Mexiko: Durango, Zacatecas, Aguascalientes, San Luis Potosí, Jalisco, Guanajuato, Tamaulipas, Nuevo León und Coahuila [3; 4].

Lebensraum und Lebensweise

Diese in Höhenlagen von 1'300-2'400 Metern vorkommende Königsnatter ist weitgehend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber versteckt sie sich meist unter Steinen oder in Felsspalten. Die Nahrung besteht aus Eidechsen und Kleinnagern. Die Paarung findet statt, nachdem die Tiere aus ihrer Winterruhe gekommen sind. Die 6-9(-12) Eier werden meist im Mai / Juni an warm-feuchten Stellen, etwa unter Steinen oder Totholz, abgelegt. Bei einer Temperatur von 27-29°C schlüpfen die etwa 25 cm langen Jungen nach 66-72 Tagen. Im Freiland ernähren sie sich von kleinen Eidechsen [1; 3].

Gefährdung und Schutz

Aufgrund ihrer weiten Verbreitung und vermutlich großen Population sowie geringer Risiken gilt die Art nach einer Beurteilung aus dem Jahr 2007 nicht als gefährdet [4].

Der internationale Handel ist nicht unter CITES geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die harmlose Mexikanische Königsnatter wird von der Landbevölkerung oft totgeschlagen, weil sie mit einer stark giftigen Korallenotter (Micrurus sp., Micruroides sp.) verwechselt wird [4].

Die Art befindet sich im Heimtierhandel. Meist handelt es sich um Nachzuchttiere, oft aus kommerziellen Farmen [1]

Haltung

Für die paarweise Haltung wird ein mittelgroßes Halbtrocken-Terrarium empfohlen, das mit einer Bodenheizung und einer Wärmelampe ausgestattet und mit Wurzelstöcken, Steinen und einer Trinkschale eingerichtet ist. Als Bodengrund eignet sich ein lockeres Erde-Sandgemisch. Tagsüber ist ein Temperaturgradient von 24-30ºC und lokal eine Bodentemperatur von 32ºC anzustreben. Nachts sollte die Temperatur unter 20ºC absinken. Eine Ruhephase von 3-4 Monaten bei unter 10-15ºC ist für die Zucht unabdingbar [3].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 30 Institutionen gezeigt, von denen sich etwa ein Fünftel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für zwei etwa gleich große Tiere mindestens gleich lang und 0.5x so breit sein wie die Gesamtlänge eines Tieres. Die Höhe soll der halben Gesamtlänge entsprechen. Für jedes weitere Tier ist das Terrarienvolumen unter Beibehaltung der Proportionen um 20% zu erhöhen. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) ist die Art nicht erwähnt. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) verlangt für 1-2 erwachsene Tiere eine Grundfläche von 0.5 m² bei einer Höhe von 40 cm. Für jedes weitere Adulttier ist die Grundfläche um 0.2 m² zu erhöhen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art war 1884 vom amerikanischen Zoologen Samuel Walton GARMAN als "Ophibolus triangulus mexicanus" beschrieben worden. 1920 wurde sie vom amerikanischen Herpetologen Frank Nelson BLANCHARD in seiner Publikation "A synopsis of the king snakes" mit ihrem heute noch gültigen Namen versehen [2].

Literatur und Internetquellen

  1. MEHRTENS, J. M. (1993)
  2. THE REPTILE DATA BASE
  3. TRUTNAU, L. (2002) 
  4. VAZQUEZ DÍAZ, J. & QUINTERO DÍAZ, G.E. (2007). Lampropeltis mexicana. The IUCN Red List of Threatened Species 2007: e.T63830A12720231. http://www.iucnredlist.org/details/63830/0. Downloaded on 14 October 2017.

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx