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Land-, Baum- und Trugnattern

Guangxi-Nachtbaumnatter

Guangxi-Nachtbaumnatter (Boiga guangxiensis) im Kölner Zoo Guangxi-Nachtbaumnatter (Boiga guangxiensis) im Kölner Zoo
Thomas Ziegler, Kölner Zoo

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Schlangen (SERPENTES)
Überfamilie: Nattern- und Vipernartige (Colubroidea oder Xenophidia)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Land- und Baumnattern (Colubrinae

D LC 650

Guangxi-Nachtbaumatter

Boiga guangxiensis • The Guangxi Cat Snake • Le serpent-ratier de Guangxi

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Guangxi-Nachtbaumatter (Boiga guangxiensis) im Reptilienzoo Nockalm, Patergassen @ Gernot Vogel@ Reptilienzoo Nockalm

 

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Approximative Verbreitung de Guangxi-Nachtbaumatter (Boiga guangxiensis)

 

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Guangxi-Nachtbaumatter (Boiga guangxiensis) im Reptilienzoo Nockalm, Patergassen @ Gernot Vogel@ Reptilienzoo Nockalm

 

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Guangxi-Nachtbaumatter (Boiga guangxiensis) im Reptilienzoo Nockalm, Patergassen @ Gernot Vogel@ Reptilienzoo Nockalm

 

Weitere Bilder auf BioLib.cz

Die in ihrem Heimatgebiet noch sehr häufige Guangxi-Nachbaumnatter gelangt kaum in den Tierhandel und wird sowohl in Zoos wie in Privathand nur ausnahmsweise gehalten.

Körperbau und Körperfunktionen

Die Guangxi-Nachbaumnatter erreicht maximal eine Kopf-Rumpflänge von 170 cm und eine Schwanzlänge von 44 cm [3].

Verbreitung

Das Typenexemplar stammt aus dem Longgang-Naturschutzgebiet im Autonomen Gebiet Guangxi in Südchina. ZIEGLER et al. (2006) fanden sie im Pong Nha - Ke Bang-Nationalpark in Vietnam. Außerdem kommt sie in Laos vor [5].

Lebensraum und Lebensweise

Wie ihr Name besagt, ist die Guangxi-Nachtbaumnatter nachtaktiv und lebt in Bäumen, vorzugsweise 2-5 m über dem Boden. Hauptnahrung sind Vögel. Etwa 10-20 Minuten dauernde Paarungen wurden bei gehaltenen Tieren im Februar beobachtet. Die Eiablage erfolgte 36-40 Tage später. Die 43-40 cm langen Jungen schlüpften nach 88-106 Tagen [3].

Gefährdung und Schutz

Diese erst 1998 beschriebene Art gilt aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2011 als nicht gefährdet, obwohl der Lebensraum schwindet, denn ihr Areal ist größer als 100'000 km² und es beinhaltet mehrere Nationalparks. In Nordvietnam soll sie sehr häufig, in Südvietnam seltener sein [2].

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art befindet sich anscheinend weder im Heimtierhandel noch wird sie zur Herstellung von Schlangenwein oder -schnaps verwendet, zu welchem Zweck Giftschlangen bevorzugt werden [2].

Haltung

Für die Haltung von Guangxi-Nachtbaumattern werden die folgenden Parameter angegeben: Lufttemperatur tagsüber 23ºC im kühlsten, 31ºC im wärmsten Bereich, nachts 22-23ºC. Relative Luftfeuchtigkeit tags 80-90%. Durchführung einer Winterruhe von 2 Monaten bei 15-17ºC und einer relativen Feuchtigkeit von 50-60% [3].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art ist in Europa nur sporadisch zu sehen. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für zwei über 1.5 m lange Tiere mindestens 0.75x so lang und 0.5x so breit sein wie die Gesamtlänge eines Tieres Die Höhe soll der Gesamtlänge entsprechen. Für jedes weitere Tier ist das Terrarienvolumen unter Beibehaltung der Proportionen um 20% zu erhöhen. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) und der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) ist die Art nicht erwähnt. In Österreich gelten die allgemeinen Bestimmungen für die Haltung von Schlangen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde erst 1998 vom chinesischen Herpetologen Yetang WEN anhand von fünf im Langgan-Naturschutzgebiet in der autonomen Region  Guangxi Zhuang gesammelten Exemplaren beschrieben. Die Gattung Boiga wurde früher in eine Unterfamilie Boiginae gestellt, die heute aber nicvht mehr anerkannt ist [1; 4].

Literatur und Internetquellen

  1. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  2. NGUYEN, T.Q., THY, N.et al. (2012). Boiga guangxiensis. The IUCN Red List of Threatened Species 2012: e.T192201A2054741. http://www.iucnredlist.org/details/192201/0. Downloaded on 14 October 2017.
  3. RYABOV, S.A. & NIKOLAI, L.O. (2010)
  4. THE REPTILE DATA BASE
  5. ZIEGLER, T. & T. N. VU (2009)

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