Eigentliche Frösche und Ruderfrösche

Weissbart-Ruderfrosch

Weißbart-Ruderfrosch (Polypedates leucomystax) im Zoo-Aquarium Berlin Weißbart-Ruderfrosch (Polypedates leucomystax) im Zoo-Aquarium Berlin
Pressefoto Zoo Berlin

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Ruderfrösche (Rhacophoridae)
Unterfamilie: Ruderfrösche im engeren Sinn (Rhacophorinae)

D LC 650

Weißbart-Ruderfrosch

Polypedates leucomystax • The White-lipped Tree Frog • La rainette aux lèvres blanches

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Weißbart-Ruderfrosch (Polypedates leucomystax) in der Wilhelma Stuttgart © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Approximative Verbreitung des Weißbart-Ruderfroschs (Polypedates leucomystax)

 

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Weißbart-Ruderfrosch (Polypedates leucomystax) im Tierpark Chemnitz © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Weißbart-Ruderfrosch (Polypedates leucomystax) im Tierpark Chemnitz © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Der große, im Habitus an einen Echten Frosch erinnernde Weißbart-Ruderfrosch ist in seiner Heimat nicht gefährdet. Aus zoopädagogischer Sicht wäre er wegen seines Fortpflanzungsverhaltens interessant, er wird aber in europäischen Zoos nicht häufig gezeigt.

Körperbau und Körperfunktionen

Beim Weißbartruderfrosch erreichen die Weibchen eine Kopf-Rumpflänge von 70-80 mm, die Männchen von rund 50 mm. Der Kopf ist flach, die Schnauze spitz zulaufend, die Augen groß mit horizontalen Schlitzpupillen, das Trommelfell gut sichtbar, ein Schläfenstreifen vorhanden. Die hell- bis dunkelbraun gefärbten Frösche zeigen auf dem Rücken eine dunkle, in Längsrichtung angeordnete Flecken-, gelegentlich Streifenzeichnung. Es gibt aber auch Individuen ohne diese Zeichnung, insbesondere auf Bali. Lippen und Kehle sowie die Unterseite sind heller. Die Gliedmaßen sind in der Regel quergestreift [2; 5].

Verbreitung

Südostasien: Bangladesch, eventuell Bhutan, Brunei, China, Indien, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Nepal, Philippinen, Singapur, Thailand, Vietnam. Eingeführt in Japan [3].

Lebensraum und Lebensweise

Der Weißbart-Ruderfrosch kommt vom Flachland bis auf 2'500 m.ü.M. in fast allen hinreichend feuchten Lebensräumen vor. Das Weibchen legt 150-900 Eier in ein Schaumnest. Die Larven schlüpfen nach 4-14 Tagen. Nach weiteren 70-120 Tagen erfolgt die Metamorphose der mittlerweile bis 45 mm langen Kaulquappen [2; 4].

Gefährdung und Schutz

Die Art hat eine weite Verbreitung, ist anpassungsfähig und vermutlich häufig. Sie gilt daher nach einer revisionsbedürftigen Beurteilung aus dem Jahr 2004 nicht als gefährdet [3].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Der Weißbart-Ruderfrosch befindet sich im Heimtierhandel, wobei die Naturentnahmen für die Art unbedenklich sind [3].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in etwa einem Dutzend europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich rund ein Drittel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Wie Ruderfrösche gehalten werden (Beispiel): Vivarium im Tierpark Chemnitz siehe ZOOLEX Gallery

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1829 von Carl GRAVENHORST, dem Gründer des Breslauer Zoologischen Museums, als Hyla leucomystax beschrieben und zehn Jahre später in Polypedates leucomystax umbenannt. Von 1927-1997 wurde sie in die Gattung Rhacophorus gestellt [1].

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THE WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. DIESMOS, A.C. et al. (2004). Polypedates leucomystax. (errata version published in 2016) The IUCN Red List of Threatened Species 2004: e.T58953A86477485. http://www.iucnredlist.org/details/58953/0. Downloaded on 16 December 2017.
  4. HERRMANN, H. J. (2005)
  5. HESELHAUS, R. (1992)

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Gelesen 14046 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 21 April 2021 14:38
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx