Eigentliche Frösche und Ruderfrösche

Saharafrosch

Saharafrosch (Rana saharica) im Zoo-Aquarium Berlin Saharafrosch (Rana saharica) im Zoo-Aquarium Berlin
Pressefoto Zoo Berlin

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Scheibenzüngler (Alytidae / Discoglossidae)

D LC 650

Saharafrosch

Rana saharica = Pelophylax saharicus • The Sahara Frog • La grenouille verte d'Afrique du Nord

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Saharafrosch (Rana saharica = Pelophylax saharicus) im Djebel El Haouaria Tunesien © Mohamed El Golli; Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

 

 

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Approximative Verbreitung des Saharafroschs (Rana saharica = Pelophylax saharicus)

 

 

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Der Saharafrosch hat in Aussehen und Verhalten große Ähnlichkeit mit den europäischen Wasserfröschen. Es besteht daher wenig Anlass, ihn in europäischen Zoos zu zeigen.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Saharafrosch ist ein großer Frosch, bei dem die Weibchen über 10 cm lang werden. Männchen bleiben kleiner. Der Kopf ist gleich lang wie breit, spitz zulaufend mit abgerundeter Schnauze. Das große Auge hat eine horizontale Pupille, das kreisrunde Trommelfell ist gut sichtbar, von der Nasenöffnung läuft ein Kamm über das obere Augenlid, der sich nach hinten weiterzieht und Flanke und Rücken voneinander trennt. Die Zehen der Hinterfüße sind durch Schwimmhäute verbunden und die Finger haben oft kleine Ausbuchtungen am Ende. Die Männchen haben zwei Schallblasen, dickere Arme und Brunstschwielen an den Daumen. Die Färbung ist sehr variabel, was damit zusammenhängen kann, dass es wahrscheinlich Hybridpopulationen mit dem Iberischen Wasserfrosch (Rana (= P.) perezi) gibt. Die Grundfarbe der Oberseite kann grün oder braun sein, eine gelbe Rückenlinie und dunkle Rückenflecken können vorhanden sein oder fehlen. Die Extremitäten sind jedoch stets quergestreift [2].

Verbreitung

Nordafrika : Algerien, Ceuta und Melilla, Libyen, Marokko, Tunesien, Westsahara, wahrscheinlich Ägypten, eingeführt auf den Kanaren [3].

Lebensraum und Lebensweise

Diese Grünfrösche bewohnen Oasenweiher, Salzseen, Rinnsale etc. in oft sehr trockener Landschaft und sind sehr tolerant gegenüber Wasserverschmutzung und hohen Temperaturen. Die Nahrung besteht aus Insekten, Fisch- und Amphibieneiern, Fischbrut sowie kleine Amphibien und Reptilien. Die Tiere können bereits im ersten Lebensjahr geschlechtsreif werden, wenn sie eine Länge von 40 mm erreicht haben. Die Männchen sind territorial und sitzen 50 cm bis 2 m voneinander weg. Die Weibchen legen 5'000-10'000 Eier frei ins Wasser. Die Kaulquappen erreichen Längen von 7 cm und mehr bevor sie, gewöhnlich nach vier Monaten, metamorphosieren [3; 4].

Gefährdung und Schutz

Die Art hat eine weite Verbreitung, ist in den Maghrebstaaten der häufigste Frosch und ihre Bestände sind im Wesentlichen sicher. Sie gilt daher nach einer Beurteilung aus dem Jahr 2008 nicht als gefährdet [3].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die im Verbreitungsgebiet des Saharafroschs lebenden Moslems sind überwiegend Malakiten. Diesen ist, im Gegensatz zu den Anhängern anderer sunnitischer Rechtsschulen, der Genuss von Froschfleisch nicht explizit verboten, wobei immrhin festzustellen ist, dass der Prophet Mohammed nach der Überlieferung das Töten von Fröschen verboten haben soll [5]. In Tunesien gibt es mehrere Zuchtbetriebe, die Frösche und Froschschenkel liefern, und in Marokko werden Froschschenkel in Restaurants angeboten (Online Inserate 2017).

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur ausnahmsweise in europäischen Einrichtungen gezeigt. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1913 von dem am British Museum tätigen belgischen Zoologen George Albert BOULENGER als Rana esculenta var. saharica beschrieben. 1987 wurde sie in den Status einer Art erhoben. Möglicherweise handelt es sich aber, wie im Falle von Rana esculenta um eine Hybridform [X perezi) [1].

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THR WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. DONAIRE-BARROSO, D. et al. (2009). Pelophylax saharicus. The IUCN Red List of Threatened Species 2009: e.T58707A11826925. http://www.iucnredlist.org/details/58707/0. Downloaded on 15 December 2017.
  4. HERRMANN, H. J. (2005)
  5. RELIGION & RECHT

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Gelesen 6999 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 03 März 2022 11:33
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx