Südfrösche und sonstige Frösche

Gefleckter Tomatenfrosch

Gefleckter Tomatenfrosch (Dyscophus guineti) Gefleckter Tomatenfrosch (Dyscophus guineti)
© Peter Janzen, DGHT

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Engmaulfrösche (Microhylidae)
Unterfamilie: Tomatenfrösche (Dyscophinae)

D LC 650

Gefleckter, Gelber oder Sambava-Tomatenfrosch

Dyscophus guineti • The Sambava Tomato Frog• La grenouille-tomate mouchetée

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Gefleckter Tomatenfrosch (Dyscophus guineti) im Zoo Zürich © Beat Akeret, DGHT-Schweiz

 

 

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Vorkommen des Gefleckten Tomatenfroschs (Dyscophus guineti)

 

 

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Gefleckte Tomatenfrösche (Dyscophus guineti) im Zoo Zürich © Sam Furrer, Zürich

 

 

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Gefleckter Tomatenfrosch (Dyscophus guineti) im Zoo Zürich © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Der in seiner Heimat nicht gefährdete Gefleckte Tomatenfrosch ist ein wegen seiner Färbung auffälliges Tier, das von den Zoobesuchern im Terrarium leicht entdeckt werden kann, wenn es sich nicht gerade im Boden vergraben hat. Er eignet sich daher recht gut als Botschafter für den Artenschutz auf Madagaskar, wo sich viele Zoos engagieren. Weil die legale Ausfuhr aus Madagaskar stets möglich war, wird er deutlich häufiger gehalten als der bis 2017 nach CITES streng geschützte Rote Tomatenfrosch.

Körperbau und Körperfunktionen

Beim Gefleckten Tomatenfrosch werden die Männchen 60-65 mm, die Weibchen 90-95 mm lang. Das Auge hat eine gelbliche Iris und eine mehr oder weniger runde Pupille. Das Trommelfell ist schlecht zu sehen. Die Männchen verfügen über eine kehlständige Schallblase. Die Finger sind nicht, die Zehen nur durch rudimentäre Schwimmhäute verbunden. Die Haut ist glatt, auf jeder Seite ist eine Dorsolateralfalte vorhanden, die unten durch ein dunkles Band begrenzt sein kann. Die Färbunge der Männchen ist gelblich, die der Weibchen gelb-orange, oft mit einer feinen Netzzeichnung. Die Bauchseite ist weiß abgesetzt [2; 4; 5].

Verbreitung

Madagaskar: Ost- und Zentral-Madagaskar in Höhenlagen von 150-900 m, hauptsächlich von Antsihanaka südlich bis Fierenana und Einzelbeobachtungen weiter südlich bis Vondrozo und Soavala [7].

Lebensraum und Lebensweise

Der Gefleckte Tomatenfrosch besiedelt hauptsächlich Tiefland-Regenwälder der Ostküste mit langsam fließenden und von Altwassern umgebenen Bächen und Flüssen. Die Tiere sind nur nachts und bei Regen aktiv. Die meiste Zeit verbringen sie im Boden vergraben. Das Weibchen legt ca. 600 Eier als Ballen ins Wasser ab. Bereits nach 24 Stunden erfolgt der Schlupf der Larven, die 45 mm lang werden [2; 3; 6].

Gefährdung und Schutz

In Anbetracht seiner weiten Verbreitung wird Dyscophus guineti aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2016 nicht als gefährdet angesehen [7].

Der internationale Handel ist seit dem 3. Januar 2017 nach CITES-Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Wenn sie sich bedroht fühlen, können Tomatenfrösche ein giftiges Sekret ausscheiden, das beim Menschen zu lokalen Schwellungen führen kann [3].

Die Art befindet sich im internationalen Tierhandel. Die Handelsstatistik von Madagaskar weist für die Jahre 2012-2015 insgesamt 2'390 exportierte Tiere aus [3].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 60 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Wie Gefleckte Tomatenfrösche gehalten werden (Beispiel): Vivarium im Tierpark Chemnitz siehe ZOOLEX Gallery.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Gefleckte Tomatenfrosch wurde 1875 vom französischen Naturforscher Alfred GRANDIDIER, der ab 1865 ausgedehnte Forschungsreisen auf Madagaskar unternommen hatte, als "Kalula guineti" beschrieben. Die heute gültige Bezeichnung wurde 1877 von dem aus Esslingen am Neckar stammenden, am Londoner Natural History Museum tätigen Zoologen Albert Carl Ludwig Gotthilf GÜNTHER vergeben [1]. Die Abgrenzung zwischen D. guineti und D. antongilii ist nicht klar, möglicherweise handelt es sich bei antongilii um eine Farbmorphe von guineti [7].

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THE WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. CITES COP 17, Proposal 38 for amendment of Appendices I and II
  4. GLAW, F. & VENCES, M. (2007)
  5. HENKEL, F.-W. & SCHMIDT, W. (1995)
  6. HERRMANN, H. J. (2005)
  7. IUCN SSC Amphibian Specialist Group. 2016. Dyscophus guineti. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T57805A84178457. http://www.iucnredlist.org/details/57805/0. Downloaded on 30 November 2017.

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Gelesen 458 mal Letzte Änderung am Sonntag, 06 Januar 2019 15:11
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx