Rinder und Waldböcke

Nilgauantilope

Nilgauantilopen (Nilghai; Boselaphus tragocamelus) im Tierpark Berlin Nilgauantilopen (Nilghai; Boselaphus tragocamelus) im Tierpark Berlin
© Klaus Rudloff, Berlin

Überordnung: LAURASIATHERiA
Taxon ohne Rang: CETARTIODACTYLA
Ordnung: Paarzeher (ARTIODACTYLA)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Unterfamilie: Echte Rinder (Bovinae)
Tribus: Asiatische Waldböcke (Boselaphini)

Red list status least concern

Nilgauantilope

Boselaphus tragocamelus • The Nilghai or Blue Bull • Le nilgaut

Nilgau-Kuh im Tiergarten Nürnberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Nilgau-Kuh im Tiergarten Nürnberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Zur Illustration des Sexualdimorphismus bei Huftieren ist die Nilgau von zoopädagogischem Interesse und wird recht oft in europäischen Zoos und Tierparks gehalten.

Gefährdung und Schutz: Die Nilgauantilope ist keine gefährdete Tierart (Rote Liste: LEAST CONCERN). In Indien wird der Bestand auf über 100'000 Indviduen geschätzt. Für Nepal gibt es keine Zahlen, in Pakistan sind die Bestandeszahlen tief. In Texas leben auf Jagfarmen etwa 37'000 Nilgaus [1].

Der internationale Handel ist nicht durch CITES geregelt. Die Einfuhr aus den Ursprungsländern ist wegen der restriktiven Veterinärbestimmungen der EU so gut wie ausgeschlossen.

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Sehr optimistische Verbreitungskarte der Nilgauantilope (Boselpahus tragocamelus) nach Roter Liste der IUCN
Verbreitung: Südasien : Indien Nepal (Terai), Pakistan. In Bangladesch ausgestorben. Für jagdliche Zwecke eingeführt in den USA, namentlich im südlichen Texas, wo mittlerweile sehr große Bestände leben [1].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 70 Zoos gehalten, von denen sich etwa ein Fünftel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

In den Zoos des deutschsprachigen Raums werden Nilgau-Antilopenimmer seltener. Die "Zootierliste" führt über 40 Einrichtungen auf, die die Haltung aufgegeben haben. In manchen Zoos wurden sie durch die im Freiland bedrohten Bantengs ersetzt. In anderen werden an Stelle der indischen Antilopen vor allem afrikanische Tiere gehalten.
Nilgau-Kuh im Tiergarten Nürnberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Nilgau-Kuh im Tiergarten Nürnberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Junger Nilgau-Bulle im Tiergarten Nürnberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Lebensraum und Lebensweise: Nilgaus bevorzugen flaches oder hügeliges Terrain in lichte Trockenwald-, Savannen-, Steppen- oder Kulturlandschaften. Dichter Wald wird eher gemieden [2].

Nilgauantilopen (Boselaphus tragocamelus), Tierpark Berlin © KR, Berlin
Nilgauantilopen (Boselaphus tragocamelus), Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin
Nilgau-Antilopen ernähren sich sowohl von Gräsern als auch von Ästen und Laub und nahmen saisonal auch in erheblichem Umfang Früchte zu sich [2].

Haltung: Ältere Böcke können mitunter - auch gegenüber den Tierpflegern - recht unverträglich sein. Auf größeren Anlagen ist es aber möglich, Nilgaus gemeinsam mit anderen indischen Huftieren, wie Hirschziegenantilopen, Axishirschen oder Barasinghas und Muntjaks sowie mit Wasser-, Stelz- und Schreitvögeln zu halten.

Taxonomie und Nomenklatur: Boselaphus ist eine monotypische Gattung.

Literatur und Internetquellen:

IUCN SSC Antelope Specialist Group. (2016). Boselaphus tragocamelus (errata version published in 2017). The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T2893A115064758. http://www.iucnredlist.org/details/2893/0. Downloaded on 12 June 2018.

WILSON, D. E. & MITTERMEIER, R.A. eds. (2011) 

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Gelesen 604 mal Letzte Änderung am Dienstag, 12 Juni 2018 12:09
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx