Hirsche, Hirschferkel und Moschustiere

Schopfhirsch

Schopfhirschkuh mit Kalb (Elaphodus cephalophus) im Zoo Heidelberg Schopfhirschkuh mit Kalb (Elaphodus cephalophus) im Zoo Heidelberg
© RvS, Heidelberg

Überordnung: LAURASIATHERiA
Taxon ohne Rang: CETARTIODACTYLA
Ordnung: Paarzeher (ARTIODACTYLA)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hirsche (Cervidae)
Unterfamilie: Echte Hirsche (Cervinae)
Tribus: Muntjaks (Muntiacini)

Red list status near threatened

Schopfhirsch

Elaphodus cephalophus • The Tufted Deer • Le cerf touffe

Schopfhirschkuh mit Kalb (Elaphodus cephalophus) im Zoo Heidelberg © RvS, Heidelberg
Schopfhirschkuh mit Kalb (Elaphodus cephalophus) im Zoo Heidelberg © RvS, Heidelberg
Gefährdung und Schutz: Genaue Daten sind zwar nicht vorhanden, aber es wird angenommen, dass die Bestände zurückgehen, da diese Art stark bejagt wird. Sie wird deshalb als potenziell gefährdet beurteilt (Rote Liste: Near Threatened).

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

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Approximative Verbreitung des Schopfhirschs
Verbreitung: Südostasien: Im zentralen und südlichen China und ev. im nördlichen Burma. Dort konnten allerdings seit längerer Zeit keine 119-006-002-001 elaphodus  juv HD PM
Junger Schopfhirsch (Elaphodus cephalophus) im Zoo Heidelberg - Pressefoto Zoo Heidelberg
Tiere mehr gefunden werden.


    
Körperbau und Körperfunktionen: Schopfhirsche erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 110-160 cm. Ihr raues Fell ist dunkelbraun oder dunkelgrau gefärbt, die Lippen, die Ohrspitzen, die Unterseite des Schwanzes und manchmal die Augenregion sind leuchtend weiß. Namensgebendes Merkmal dieser hübschen Tiere ist der schwarzbraune, hohe Haarschopf am Kopf. Das Geweih, das nur die Männchen tragen, besteht 119 006 002 001 elaphodus c michianusaus zwei kleinen Spießen, die meist gänzlich im Schopf verborgen sind. Beide Geschlechter haben obere Eckzähne, die beim Bock bis zu fünf Zentimeter lang werden und aus die aus dem Maul ragen (LESLIE et al., 2013; WILSON et al. 2011).

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Schopfhirschbock (Elaphodus cephalophus michianus) © Klaus Rudloff, Berlin
Lebensraum und Lebensweise: Weibliche Tiere werden mit etwa zehn Monaten geschlechtsreif und setzen mit anderthalb Jahren ihr erstes Kalb. Die Tragzeit wird mit 180-210 Tagen angegeben (LESLIE et al. 2013).

Im Freiland werden Schopfhirsche kaum älter als 10-12 Jahre. Im Zoo beträgt das Höchstalter 22 Jahre und 8 Monate (WEIGL, 2005).

Zur Kommunikation untereinander dient ein lautes Fiepen. Die Nahrung der Schopfhirsche besteht aus Gräsern, Blattwerk, Kräutern, Früchten sowie auch Aas. Im Zoo erhalten sie zusätzlich ausgewähltes Gemüse, Haferflocken, Kraftfutter sowie ab und zu ein rohes Ei oder Hundefutter. Schopfhirsche können z.B. mit Kleinen Pandas vergesellschaftet werden.

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Ostchinesischer Schopfhirsch (Elaphodus c. michianus), junger Bock im Zoo Osnabrück © Hanna Rickert, Zoo Osnabrück
Haltung in europäischen Zoos: Der Schopfhirsch wird in rund 10 europäischen Einrichtungen gehalten. Es gibt für ihn ein Europäisches Zuctbuch (ESB). Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Das Säugetiergutachten 2014 des BMEL besagt pauschal, dass Hirsche in Sozialverbänden leben. Dies trifft aber für den Schopfhirsch nicht zu. Dieser lebt solitär oder paarweise (WILSON & MITTERMEIER 2011) und ist auch so zu halten.

Taxonomie und Nomenklatur: Elaphodus ist eine monospezifische Gattung. Auf der Grundlage morphologischer Merkmale wurden mehrere Unterarten beschrieben. Heute werden meistens drei anerkannt:
E. c. cephalophus Milne-Edwards, 1872.
E. c. ichangensis Lydekker, 1904.
E. c. michianus (Swinhoe, 1874).
Die in europäischen Zoos gehaltenen Schopfhirsche werden der Unterart michianus zugerechnet.

Literatur:

  1. HARRIS, R.B. & JIANG, Z. (2015). Elaphodus cephalophus. The IUCN Red List of Threatened Species 2015: e.T7112A22159620. http://www.iucnredlist.org/details/7112/0. Downloaded on 26 May 2018.
  2. LESLIE, D. M. JR., LEE, D. N. & DOLMAN, R. W. (2013)
  3. WEIGL, R. (2005)
  4. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-)

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Gelesen 558 mal Letzte Änderung am Freitag, 15 Juni 2018 21:19
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx