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BIELA, A. (2008)

Die Nutria (Myocastor coypus MOLINA 1782) in Deutschland – Ökologische Ursachen und Folgen der Ausbreitung einer invasiven Art.

Diplomarbeit am Lehrstuhl für Landschaftsökologie am Lehrstuhl für Landschaftsökologie der Technischen Universität München, Wissenschaftszentrum Weihenstephan.

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Zusammenfassung:

Die Nutria wurde als Pelztier auf fast allen Kontinenten eingeführt. Es gelang immer wieder einzelnen oder mehreren Tieren zu entkommen, oder sie wurden freigelassen, so dass es inzwischen in Nordamerika, Europa und Asien freilebende Populationen gibt. Aufgrund der raschen Vermehrung der Art wird sie vielerorts als „Plage“ betrachtet. In England und einigen Gebieten der USA wurde sie daher wieder usgerottet.
In Deutschland befindet sich die Nutria gerade in dem Zustand der Arealerweiterung. Es gibt bereits viele Populationen, die sich über mehrere Generationen halten, obwohl einzelne Populationen auch starke Einbußen erlebten.  Die Nutria besiedelt jedoch noch längst nicht alle für sie bewohnbaren Lebensräume.

Die Art erreicht in Deutschland die Grenze ihrer Verbreitung, und zwar deshalb, weil das Klima für sie nicht günstig ist. Dies ist, so scheint es, der bei weitem wichtigste regulierende Faktor der Ausbreitung, weshalb in der Vergangenheit vermutet wurde, dass sie sich nicht stark ausbreiten wird, bzw. die Bestände leicht kontrollierbar seien. Dem kann widersprochen werden, da die Nutria sich in den letzten Jahren im Westen und Norden des Landes sehr stark vermehrte und ausbreitete. Sie besitzt viele Arteigenschaften, die sich günstig auf das Gelingen einer Invasion auswirken. Im Verlauf der Klimaerwärmung ist mit weiterer Ausbreitung, und zwar über ganz Deutschland, zu rechnen. Dies gilt auch für Teile, die derzeit aufgrund des Klimas noch nicht, oder zumindest nicht langfristig, besiedelbar sind.

Die Ausbreitung der Nutria hat zahlreiche ökologische Auswirkungen, besonders durch Habitatveränderungen, die sich aus dem Fress- und Siedlungsverhalten der Art ergeben. Diese Habitatveränderungen treten am stärksten bei einer hohen Populationsdichte auf und bestehen vor allem in der fast völligen Zerstörung der Vegetation. Hierdurch werden sowohl Ökosystemprozesse verändert als auch Individuen von verschiedenen Tier- und Pflanzenarten beeinflusst.

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Gelesen 5027 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 21 Juni 2018 21:52
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