Schweine, Pekaris und Flusspferde

Swasiland-Projekt des Kölner Zoos

Nilkrokodil im Flachwasser des Stausees im Mlilwane Reservats Nilkrokodil im Flachwasser des Stausees im Mlilwane Reservats
© Kölner Zoo

Das Swasiland-Projekt - Schutz von Flusspferden, Nilkrokodilen und Nashörnern

Kölner Zoo

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Erwachsenes Nilkrokodil-Weibchen beim Fressen eines Nguni-Hausrinds © Kölner Zoo

 

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Nilkrokodil im Flachwasser des Stausees im Mlilwane Reservats © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Ein flacher See inmitten der Ananas-Pflanzungen des Mittellands von Swasiland, nahe Manzini © Kölner Zoo

 

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Flusspferd-Trampelpfad, der von einem Zuckerrohrfeld in den angrenzenden Galeriewald führt © Kölner Zoo

 

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Im Hlane-Nationalpark wiederangesiedeltes Breitmaulnashorn (Ceratothrium simum) in der Suhle © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Schädel von gewilderten Nashörnern im Mkhaya-Wildschutzgebiet © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Von "BIg Game Parks" aufgefundene und konfiszierte Drahtschlingen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Am 28. Mai 2010 eröffnete der Kölner Zoo den Hippodom, in dessen großer Erlebnishalle und ausgedehnten Beckenbereichen Zoobesucher eine subtropische, afrikanische Flusslandschaft aus faszinierenden Perspektiven zu sehen bekommen. Über ein in-situ Projekt können nun die Besuchern eine weitere Vorstellung von den faszinierenden, aber auch nicht unproblematischen Flaggschiffarten, dem Flusspferd und dem Nilkrokodil und ihrem Lebensraum bekommen. Das Swasiland-Projekt des Kölner Zoos wurde am November 2009 mit der Unterzeichnung eines Memorandums offiziell ins Leben gerufen.

Das Königreich Swasiland, heute offiziell Eswatini genannt,  ist der zweitkleinste Staat Afrikas und ist von der Republik Südafrika und Mosambik umgeben. Trotz dieser kleinen Fläche finden sich hier vier Klimazonen Afrikas. Swasiland gehört zu den ärmsten Staaten der Welt. Ein Großteil der Bevölkerung lebt von weniger als einem Euro pro Tag. 

In den tiefer liegenden Gebieten von Swasiland lebten früher größere Populationen von Flusspferden und Nilkrokodilen. Die Ankunft der Europäer brachte Veränderungen mit sich, wie Schusswaffen und Zäune. Lebensräume und Tierwelt von Swasiland litten stark unter den neuen Siedlern. Obwohl die Zahl der Krokodilemerklich sank, blieb ihre Gesamtpopulation in den Wasserläufen überlebensfähig. Flusspferde starben jedoch während der 1940er Jahre aus. Es dauerte bis 1970, bis sich eine kleine Gruppe von vagabundierenden Flusspferden am Komati-Fluss etablieren konnte. Seitdem hat Big Game Parks (BGP), eine Organisation der Familie Reilly, die offizielle Naturschutzarbeit in Swasiland betreibt und mit der der Kölner Zoo kooperiert, systematisch daran gearbeitet, wieder überlebensfähige Populationen von Flusspferden in geschützten Gebieten und außerhalb des Parks anzusiedeln.

Mit dem steigenden Nutzpflanzenanbau und vermehrten Siedlungen an den Ufern der Flüsse kommen jedes Jahr zunehmend Menschen in einen Konflikt mit Krokodilen und Nilpferden, indem diese Menschen anfallen oder große Schäden anrichten. Da man Wildtierpopulationen nicht ausrotten will, muss man die Tiere fangen und umsiedeln, wenn sie wahrscheinlich weiter Schäden oder Gefahren verursachen werden. Die wenigen vorhandenen Fallen sind alt und nicht ideal, um die Tiere einzufangen. Mit Hilfe des Kölner Zoos sollen daher 10 Krokodilfallen gebaut werden. Zusätzlich soll eine Flusspferd- Transportkiste gebaut werden. Um den Fang und den Transport von Krokodilen und Flusspferden zu verbessern, wird ein Mehrzweck-Anhänger, der das Gewicht eines erwachsenen Flusspferdbullen in seiner Kiste tragen kann, benötigt.

Dazu gehört auch eine Heckklappen-Laderampe mit Rollen und Zügen, und eine elektrische Winde, die mit einer Fahrzeugbatterie betrieben werden kann, um sicheres Laden und Abladen der Kiste zu erleichtern. Die Dimensionen der Ladefläche müssen geeignet sein, auch vier Krokodilfallen zu tragen. Ersatzrad und Hubwagen sowie große Räder für Einsatz in grobem Terrain sind nötig. Ebenso ein Luftdruckbremsensystem für den Hänger und zwei zusätzliche Allrad-Fahrzeuge.

In den 1960er Jahren lebten in Afrika noch rund 100.000 Spitzmaulnashörner.Bevölkerungswachstum und Wilderei sorgten für einen dramatischen Rückgang um 98 Prozent.Von 2013-2017 erreichte die Wilderei mit jährlich 1'200-1'350 getöteteten Nashörnern ihren Höhepunkt. Die meisten Tiere wurden in Südafrika gewildert, und auch in Eswatini ist der Bestand der wiederangesiedelten Spitz- und Breitmaulnashörner potenziell stark gefährdet. Mit Unterstützung des Kölner Zoos begegnet die nationale Naturschutzbehörde Big Game Parks der Wilderei mit effektiven Anti­-Wilderer­-Patrouillen. Außerdem steht der Kölner Zoo seinem Partner beim Management der Tiere beratend zur Seite.

Der Kölner Zoo unterstützt das Mensch-Tier-Konflikt-Projekt und den Nashornschutz in Swasiland jährlich mit 25.000 $ sowie zusätzlich mit Geldern, die er als Spenden einnimmt. Dafür gibt es eine entsprechende Informationstafel und einen Spendentrichter am Ausgang des "Hippodom", der afrikanischen Flusslandschaft im Kölner Zoo. Hier wird das Projekt vorgestellt, nachdem die Besucher die Tiere, Flusspferde und-Nilkrokodile, im "Hippodom" kennen gelernt haben.

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Gelesen 1377 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 30 Dezember 2021 21:35
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx