Zungenlose, Scheibenzüngler, Krötenfrösche

Zwergwabenkröte

Zwergwabenkröte (Pipa parva) im Zoo-Aquarium Berlin Zwergwabenkröte (Pipa parva) im Zoo-Aquarium Berlin
© Klaus Rudloff, Berlin

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Mittelalte Frösche (Mesobatrachia)
Familie: Zungenlose (Pipidae)

D LC 650

Zwergwabenkröte

Pipa parva • The Sabana Surinam Toad • Le pipa nain

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Zwergwabenkröten (Pipa parva) im Zoo Aquarium Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Approximative Verbreitung der Zwergwabenkröte (Pipa parva)

 

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Zwergwabenkröte (Pipa parva) im Zoo Zürich © Sam Furrer Zürich

 

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Hinterfuß einer Zwergwabenkröte (Pipa parva) im Zoo Aquarium Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Wabenkröte (Pipa sp.) Illustration aus Maria Sibylla Merian (1705) Metamorphosis insectorum Surinamensium.

 

 

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In Zoos wird die in ihrer südamerikanischen Heimat nicht gefährdete Zwergwabenkröte selten und hauptsächlich wegen ihrer Fortpflanzungsstrategie aus zoopädagogischen Gründen gehalten.

Körperbau und Körperfunktionen

Das charakteristischste Merkmal dieser Art ist die asymmetrische Anordnung der Fingerspitzenfortsätze. Der Körper ist relativ schmal und nicht so abgeflacht wie bei den anderen Arten der Gattung. Die gesamte Körperoberfläche ist mit Tuberkeln unterschiedlicher Größe besetzt, die am stärksten auf der Oberseite entwickelt sind. Es sind Seitenlinienorgane vorhanden. Die Rückenfärbung reicht von olivgrün über grau bis dunkelbraun, bisweilen ohne Zeichnung, aber auch mit unregelmäßig geformten dunkleren Flecken auf hellerem Grund. Weibchen sind während der Paarungszeit blasser. Die durchsichtige Bauchhaut ist silbrig weiß und mehr oder weniger stark mit kleinen dunklen Flecken übersät [2; 5].

Verbreitung

Nördliches Südamerika: Venezuela, hauptsächlich im Einzugsgebiet des Maracaibo-Sees, und marginal in Kolumbien. Im Einzugsgebiet des Valencia-Sees in Nordvenezuela gibt es eine eingeführte Population, die möglicher- und unerwünschterweise in das Einzugsgebiet des Orinoko vordringt [4].

Lebensraum und Lebensweise

Die Zwergwabenkröte ist eine aquatische Art, die in Seen, Weihern, Teichen und Sümpfen lebt und nur selten an Land kommt. Das Weibchen trägt die Eier in wabenartigen Vertiefungen auf dem Rücken bis die Jungen schlüpfen [4]. Diese allen Wabenkröten eigene Fortpflanzungsstrategie wurde erstmals im Jahr 1705 von der in Frankfurt am Main geborenen Künstlerin und Naturforscherin Maria Sibylla MERIAN in ihrer "Metamorphosis insectorum Surinamensium" dargestellt und beschrieben, die allerdings meinte, die Jungen wüchsen aus dem Rücken der Mutter heraus [3]. Mehr dazu bei Großer Wabenkröte.

Gefährdung und Schutz

Die Art ist relativ weit verbreitet und die Bestände nehmen zu. Sie ist daher nach einer Beurteilung aus dem Jahr 2009 nicht gefährdet [4].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

In Teilen ihres Areals wird die Zwergwabenkröte als vermeintlicher Schädling verfolgt [4]. Die Art ist nicht häufig im Tierhandel. Angebote für Adulttiere liegen in den USA bei 80-199 USD, in Europa bei 55 € (Online-Inserate 2017).

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in weniger als 10 europäischen Einrichtungen gezeigt, die sich mehrheitlich im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Wie Wabenkröten gehalten werden (Beispiel): Vivarium im Tierpark Chemnitz siehe ZOOLEX Gallery.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Zwergwabenkröte wurde 1923 von den amerikanischen Herpetologen Alexander Grant RUTHVEN und Helen THOMPSON GAIGE unter ihrem heute noch gültigen Namen beschrieben [1].

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THR WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  4. LA MARCA, E. et al. (2010). Pipa parva. The IUCN Red List of Threatened Species 2010: e.T58162A11742800. http://www.iucnredlist.org/details/58162/0. Downloaded on 12 December 2017.
  5. PIPIDAE.DE

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Gelesen 1513 mal Letzte Änderung am Sonntag, 06 Januar 2019 15:00
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx