Insektenfresser und Fledertiere

Schwarzflügel-Flughund

Schwarzflügel-Flughund (Thoopterus nigrescens) im Tierpark Berlin Schwarzflügel-Flughund (Thoopterus nigrescens) im Tierpark Berlin
© KR, Berlin

Überordnung: LAURASIATHERIA
Ordnung: Fledertiere (CHIROPTERA)
Unterordnung: Flederhunde (Megachiroptera)
Familie: Flughunde (Pteropodidae)
Unterfamilie: Kurznasenflughunde (Cynopterinae)

D LC 650

Schwarzflügelflughund

Thoopterus nigrescens • The Swift Fruit Bat • La roussette aux ailes noires

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Schwarzflügel-Flughund (Thoopterus nigrescens) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Schwarzflügelflughunds (Thoopterus nigrescens)

 

 

 

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Schwarzflügel-Flughund (Thoopterus nigrescens) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Schwarzflügel-Flughund (Thoopterus nigrescens) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Schwarzflügel-Flughund (Thoopterus nigrescens) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Schwarzflügel-Flughund (Thoopterus nigrescens) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Der in seiner Heimat nicht gefährdete Schwarzflügelflughund gehört zur Unterfamilie der Kurznasenflughunde, zu denen die kleinsten Flughundarten zählen. In europäische Zoos kam er nur ausnahmsweise, und gegenwärtig (2018) gibt es keine mehr.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Schwarzflügelflughund ist eine kleine Flughundart. Die Tiere haben eine Kopf-Rumpflänge von 94-109 mm, eine Unterarmlänge von 70-82 mm und ein Gewicht von 67-99 g. Das Fell ist auf Bauch- und Rückenseite gräulich-braun, die Flügelspannhäute sind schwarzbraun [1].

Verbreitung

Indonesien: Auf der Insel Sulawesi sowie einigen vorgelagerten Inseln [2].

Lebensraum und Lebensweise

Der Schwarzflügelflughund kommt vom Tiefland bis in Höhenlagen von 2'400 m vor, wo er intakten Wald bevorzugt, aber auch verschiedene andere Lebensräume besiedelt [2].

Gefährdung und Schutz

Der Schwarzflügelflughund gilt aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 1996, letztmals überrüft 2020, nicht als gefährdet, weil er sehr häufig ist und ein großes Verbreitungsgebiet von über 20'000 km² hat. Über die Populationsentwicklung ist allerding nichts bekannt (Rote Liste: LEAST CONCERN) [2].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Wirtschaftliche Bedeutung: Wie andere Flughunde auch wird der Schwarzflügelflughund zur Fleischgewinnung bejagt, wobei das Ausmaß der Entnahme nicht besorgniserregend ist [2].

Haltung

Ein aus Sulawesi importierter Schwarzflügelflughund des Tierparks Berlin war nach einer Haltungsdauer von 9 Jahren und 1 Monat immer noch am Leben [3].

Haltung in europäischen Zoos: Schwarzflügelflughunde waren in europäischen Haltungen stets selten. Bis vor wenigen Jahren waren sie im Zoo bzw. Tierpark Berlin zu sehen, gegenwärtig (2018) gibt es keine mehr. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Säugetiergutachten 2014 des BMEL soll für 20 Schwarzflügelflughunde ein Innengehege von 20 m² mit einer Mindesthöhe von 2.5 m vorhanden sein und für jedes weitere Tier 1 m² mehr. Dies bedeutet gegenüber dem Gutachen’96 eine Verdoppelung der Grundfläche. Die Tierschutzsachverständigen der Zoos stellten dazu fest, dass es dafür keine wissenschaftlichen Grundlagen gäbe und dass aufgrund praktischer Haltungserfahrung kein Anlass für eine Verdoppelung des Raumangebots bestehe.

Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 2018) schreibt die gleichen Zahlen vor. Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2018) sind für 20 Tiere eine Grundfläche von 30 m² und eine Höhe von 3 m erforderlich, für jedes weitere Tier ist die Grundfläche um 3 m² zu erhöhen. Letzteres ist unsinnig, nachdem für die ersten 20 nur eine Fläche von 1.5 m² pro Tier verlangt wird.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1870 von GRAY als Cynopterus marginatus var. nigrescens beschrieben. Georg Friedrich Paul MATSCHIE, von 1890 bis 1926 Leiter der Säugetierabteilung am Zoologischen Museum in Berlin,  stellte sie 1899 in die neue Gattung Thoopterus. Möglicherweise gibt es mehrere Thoopterus-Arten, beschrieben ist aber nur die eine.  [4].

Literatur und Internetquellen

  1. NOWAK, R.M. & PARADISO, J.L. (1983)
  2. WIANTORO, S. et al. (2020). Thoopterus nigrescens. The IUCN Red List of Threatened Species 2020: e.T21815A21989441. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2020-2.RLTS.T21815A21989441.en . Downloaded on 15 July 2020.
  3. WEIGL, R. (2005)
  4. WILSON, D. E. & REEDER, D. M. (2005)

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Gelesen 5122 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 15 Juli 2020 08:00
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx