Hyänen, Schleichkatzen, Mangusten

Malaiische Zibetkatze

Malaiische Zibetkatze (Viverra tangalunga) im Tierpark Berlin Malaiische Zibetkatze (Viverra tangalunga) im Tierpark Berlin
© Klaus Rudloff, Berlin

Überordnung: LAURASIATHERIA
Ordnung: Raubtiere (CARNIVORA)
Taxon ohne Rang: Landraubtiere (FISSIPEDIA)
Unterordnung: Katzenartige (Feliformia)
Familie: Schleichkatzen (Viverridae)
Unterfamilie Zibetkatzen (Viverrinae)

D LC 650

Malaiische oder Kleinfleck-Zibetkatze

Viverra tangalunga • The Malay Civet • La civette de Malaisie

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Malaiische Zibetkatze (Viverra tangalunga) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

 

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Approximative Verbreitung der Malaiischen Zibetkatze (Viverra tangalunga). Blau: autochthone oder möglicherweise (Philippinen) autochthone Verbreitung; rot: eingeführte Populationen

 

 

 

 

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Malaiische Zibetkatze (Viverra tangalunga) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

 

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Malaiische Zibetkatze (Viverra tangalunga) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

 

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Briefmarke mit Viverra-tangalunga-Motiv, Philippinen

 

 

 

 

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Die Malaiische oder Kleinfleck-Zibetkatze ist eine nicht gefährdete Art, die wegen ihrer überwiegend nächtlichen Lebensweise  und weil sie weniger spektakulär ist als etwa der Binturong, nicht häufig in europäischen Zoos gezeigt wird.

Körperbau und Körperfunktionen

Die Malaiische Zibetkatze ist die kleinste Vertreterin ihrer Gattung. Sie erreicht eine Kopf-Rumpflänge von 54-77 cm, eine Schwanzlänge von 26-40 cm und ein Körpergewicht von 3-7 kg. Das Fell ist bräunlichgrau mit zahlreichen schwarzen Flecken, die auf dem Rücken in Längsstreifen übergehen. Es bildet im Bereich der Rückenmitte einen Kamm aus aufrecht stehenden, schwarzen Haaren von den Schultern bis auf den Schwanz, der ansonsten quergebändert ist. An den Halsseiten befinden sich in der Regel drei schwarze schräg verlaufende Bänder auf weißem oder hellgrauem Grund. Die Füße sind schwarz. Im Gesicht hat es auffällige weiße Flecken [2; 4].

Verbreitung

Süd- und Südostasien: Brunei, Indonesien (Kalimantan, Sulawesi, Sumatra, eventuell Java); Malaysia (Malaiische Halbinsel, Sabah, Sarawak), Philippinen, Singapur [2].

Lebensraum und Lebensweise

Kleinfleckzibetkatzen sind überwiegend nachtaktiv und leben solitär. Sie besiedeln Primär- und Sekundärwälder bis ca. 1'100 m Höhe, gelegentlich höher, auf Borne ist sie bis 2'100 m nachgewiesen. Sie kommen aber auch in Plantagen und in waldnahen menschlichen Siedlungen vor. Sie können zwar klettern, halten sich aber in der Regel am Boden auf. Die Nahrung besteht aus Wirbellosen, wie Käfern, Tausendfüßern, Skorpionen und Krabben, Kleinsäugern, ferner Vögeln, Fröschen, Echsen und Schlangen sowie Früchten. Sie setzen ihre Pfoten nicht zum Fangen von Beute ein und töten diese nicht mit Nackenbiss, wie Katzen dies tun. Vögel fressen sie mitsamt den Federn. Den Kot setzten sie an festen Stellen, sogenannten Latrinen, ab [2; 3; 5].

Es gibt anscheindend keine feste Paarungszeit. Ein Weibchen kann pro Jahr bis zu zwei Würfe zu je 1-4 Jungen bringen. Diese werden am Boden in dichter Vegetation oder in Erdhöhlen geboren. Bei der Geburt haben sie bereits Haare, sind aber noch blind. Mit etwa einem Monat werden sie entwöhnt [1].

Gefährdung und Schutz

Die Malaiische Zibetkatze gehört nicht zu den gefährdeten Arten, weil sie weit verbreitet und anpassungsfähig ist und auch in Schutzgebieten vorkommt. (Rote Liste: LEAST CONCERN). Obwohl man nur wenig über die Bestände weiß, wird aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2015 angenommen, dass die Gesamtpopulation recht groß ist [2].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art wird nicht speziell bejagt, da es aber in ihem Verbreitungsgebiet viele nicht-selektive Fallen gibt, wird sie auch gefangen und ihr Fleisch konsumiert. Allenfalls wird sie auch als Geflügeldieb verfolgt [2].

Haltung

Im Zoo können Kleinfleck-Zibetkatzen ein Alter von 12-15 Jahren erreichen [4].

Haltung in europäischen Zoos:
 Die Art wird nur ganz vereinzelt in europäischen Zoos gehalten. Für Details siehe Zootierliste.

Es existiert kein Zuchtprogramm (EEP) oder Zuchtbuch (ESB). Es gab zwar gelegentlich Nachwuchs, aber eine nachhaltige Zucht hat es in Europa nie gegeben.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Säugetiergutachten 2014 sind verbindbare Einzelgehege von 20  m² anzubieten.

Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 2018) schreibt für 1-2 Tiere ein 3 m hohes Außengehege mit einer Grundfläche von 40 m² sowie ein 2.5 m hohes Innengehege mit einer Grundfläche von 20 m² vor, für jedes weitere Adulttier kommen außen 5 m², innen 4 m² dazu. Für jedes Tier ist eine individuelle Schlafbox von 1 m² vorzusehen. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2018) fordert für das Außengehege 30 m² pro Paar, und für jedes weitere Tier zusätzlich 3 m², ferner ein Innengehege von 15 m² pro Paar und für jedes weitere Tier zusätzlich 1.5m², wobei der Zugang zum Außengehege ganzjährig zu gewährleisten ist.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1832 von John Edward GRAY vom British Museum in London unter ihrem heute noch gültigen Namen beschrieben. Es gibt zwei Unterarte: V. t. lankawensis von der malaysischen Insel Langkawi und die Nominatform aus dem ganzen übrigen Artareal. Die Population von der indonesischen Insel Belitung soll genetisch so verschieden sein, dass sie als evolutionär separate Einheit gemanagt werden sollte [2; 5].

Literatur und Internetquellen

  1. ANIMAL DIVERSITY WEB
  2. DUCKWORTH, J.W. et al. (2016). Viverra tangalunga. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T41708A45220284. http://www.iucnredlist.org/details/41708/0. Downloaded on 19 June 2018.
  3. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  4. WEIGL, R. (2005)
  5. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-) 

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Gelesen 2501 mal Letzte Änderung am Freitag, 12 Oktober 2018 13:38
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx